Jahr: 2020

  • Covid-19, Entwicklungspolitik und Wissenschaft

    Photo: Anna-Katharina Hornidge neue Direktorin des DIE, Photo: Benjamin Westhoff, ©DIE
    Anna-Katharina Hornidge, ©DIE

    Am 23. Juni sprach die Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), Anna-Katharina Hornidge, im Rahmen der Generalversammlung der AG Globale Verantwortung, dem Dachverband entwicklungspolitischer und humanitärer Organisationen in Österreich. Die Veranstaltung widmete sich den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die Zukunft der Entwicklungspolitik.
    Anna-Katharina Hornidge verwies in ihrem Statement auf einen Vorschlag von Horst Köhler, Bundespräsident a.D., von 2017, Entwicklungspolitik als Interdependenzpolitik zu begreifen. Was bedeutet unter den aktuellen Bedingungen die enge, gegenseitige Verflechtung? Was bedeutet sie für eine Politik, die weder auf Angst vor dem Nachbarn beruht, noch auf der Überzeugung, diesem als sehr viel stärkerer Partner helfen zu wollen – sondern für eine Politik, die als Strukturpolitik für internationale Kooperation, die globales Gemeinwohl ermöglicht, zu begreifen ist?

    Eine solche Entwicklungspolitik sollte, so Hornidge, drei Bereiche besonders in den Blick nehmen: (a) das Pflegen und den Ausbau transregionaler und globaler Ebenen der Verständigung inklusive dem aktiven Eingrenzen von Nationalismen im kurz- und mittelfristigen Umgang mit der Pandemie, (b) den Abbau von sozialen Ungleichheiten, Ausbau von Gesundheits- und Bildungssystemen in der mittelfristigen Förderung gesellschaftlicher Krisenresilienz, sowie (c) die konsequente Verfolgung der Transformation unserer Produktionssysteme und Konsummuster hin zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten sowie vorsorglich in Bezug auf künftige Krisen, die ähnlich der momentanen, dem Ungleichgewicht zwischen Mensch und Natur entstammen.

    Am 24. Juni gab Anna-Katharina-Hornidge einen Input zu einem gemeinsam vom Eine-Welt-Netz NRW und der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen ausgerichteten Online-Workshop zum Thema „COVID 19 und die entwicklungspolitische Arbeit von NRW-Akteuren“. Im Zentrum des Workshops stand die Frage, inwiefern die Wissenschaftslandschaft NRW einen Beitrag zu den entwicklungspolitischen Maßnahmen des Landes und in Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, mit besonderem Fokus auf das NRW-Partnerland Ghana, spielen kann. Diese diskutierte Frau Hornidge entlang der entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes NRW. Sie berief sich dabei auf Arbeiten des DIE an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik, auch in der Unterstützung von Süd-Süd-Kooperationen im Kontext der Think Tanks 20 (T20), einem Netzwerk von Forschungsinstituten und Think Tanks aus den G20-Ländern, sowie im Rahmen der Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung.

  • Democracy assistance in times of political polarisation

    On 7 May 2020, the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) presented first results of a study on German democracy assistance. The online event “Quo Vadis Democracy Assistance?” was hosted by Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). To set the stage of the debate, Staffan I. Lindberg, director of the Varieties of Democracy Institute (University of Gothenburg) introduced global trends of increasing autocratisation. In the light of these trends, DIE presented the results and recommendations of a study on GIZ’s practice of democracy assistance carried out by Charlotte Fiedler, Julia Leininger and Daniel Nowack. The study covers a wide range of topics including the definition and understanding as well as motivation of democracy assistance and how it can adapt to different contexts and megatrends. Following a commentary by the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ), staff from GIZ’s management and field offices discussed the study’s recommendations and implications. The more than 180 participants took part in the event and indicated great interest in the topic of democracy assistance and participated actively with many online comments and questions.

  • Demokratieförderung in Zeiten politischer Polarisierung

    Am 7. Mai stellte das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) im Rahmen eines Workshops erste Ergebnisse einer Studie zu Demokratieförderung durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor. Unter dem Titel „Quo Vadis Democracy Assistance?“ veranstaltete die GIZ ein internes Online-Event. Weltweit steigende Autokratisierungstrends stellte der Direktor des Varieties of Democracy Instituts (Universität Göteborg), Staffan I. Lindberg, fest. Im Lichte dieser bedenklichen Trends stellte das DIE Ergebnisse und Empfehlungen aus einer DIE-Studie zu Demokratieförderung durch die GIZ vor. Charlotte Fiedler, Daniel Nowack und Julia Leininger untersuchten die Perspektiven der GIZ auf Demokratieförderung. Die Studie behandelt ein breites Spektrum an Themen inklusive des Verständnisses von und Motivation für Demokratieförderung sowie deren Anpassung an verschiedene Kontexte und Megatrends. Anschließend an einen Kommentar seitens des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fand eine Diskussion mit Vertretern*innen aus dem Management und der Außenstruktur der GIZ statt. Die mehr als 180 Teilnehmer*innen des Online-Events zeigten großes Interesse am Thema Demokratieförderung und nahmen mit zahlreichen Online-Kommentaren und Fragen teil.

  • Online-Expert*innen-Workshops: Advancing EU-Africa cooperation in light of the African Continental Free Trade Area

    In Kooperation mit dem African Center for Economic Transformation (ACET) und dem European Centre for Development Policy Management (ECDPM) organisierte das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) am 17. und 24. Juni zwei Online-Workshops für Expert*innen zur Panafrikanischen Freihandelszone (AfCFTA) und ihren Implikationen für die Zusammenarbeit zwischen der EU und Afrika. In Anbetracht ihrer kontinentalen Dimension ist die AfCFTA nicht nur die größte Freihandelszone der Welt, sie hat auch das langfristige Potenzial, viele übergeordnete Entwicklungsherausforderungen in Afrika zu adressieren, wie z.B. den Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit. Auf dem Weg zur Verwirklichung dieser Vorteile stehen die Mitgliedstaaten der AfCFTA jedoch vor einer Reihe von Herausforderungen, darunter insbesondere die nachhaltige Beseitigung nicht-tarifärer Handelshemmnisse und die mit der AfCFTA einhergehenden Strukturanpassungskosten innerhalb und zwischen Mitgliedern. Obgleich die AfCFTA ein wichtiger Schritt in Richtung der seit langem bestehenden Vision eines wirtschaftlich integrierten Afrikas ist, bietet diese darüber hinaus auch einen neuen Ansatzpunkt für eine verstärkte Entwicklungszusammenarbeit zwischen der Europäischen Union (EU) und Afrika.

    Beide Workshops wurden von Vertreter*innen afrikanischer und europäischer Institutionen und anderer internationaler Organisationen, Mitgliedern der Zivilgesellschaft, des Privatsektors und der Wissenschaft genutzt, um die Herausforderungen für eine stärkere Handelsintegration zwischen afrikanischen Ländern und die Rolle der EU in diesem Zusammenhang zu diskutieren. Während die EU bereits großflächige finanzielle und technische Unterstützung zugesagt hat, teilten die Workshop-Teilnehmer*innen die Ansicht, dass die Verantwortung für eine wirksame Umsetzung und damit für den Erfolg der AfCFTA unzweifelhaft in den Händen ihrer Mitglieder liegt. Angesichts der begrenzten Verwaltungskapazitäten zur wirksamen Umsetzung der AfCFTA und flankierender Politikmaßnahmen in vielen Mitgliedstaaten der AfCFTA, sollten die EU und andere externe Partner ihre Initiativen entsprechend derart abstimmen, dass sie speziell auf die Bedürfnisse der afrikanischen Länder und der Kernziele der AfCFTA ausgerichtet sind. Besonderes Augenmerk sollte dabei dem Privatsektor gelten. Um das institutionelle Rahmengerüst der AfCFTA mit Leben zu füllen, wird von entscheidender Bedeutung sein, dass dieser Produktionsfähigkeiten ausbaut, um Nachfrage aus anderen Mitgliedsländern anzuziehen und gleichermaßen nachzukommen.

    Die während der Workshops gesammelten Erkenntnisse werden in einen Policy Brief einfließen, der den politischen Prozess im Vorfeld des für Oktober 2020 geplanten AU-EU-Gipfels informierend begleiten soll.

    Beide Veranstaltungen sind Teil einer Reihe von Policy Briefs und Web-Angeboten im Vorfeld des AU-EU-Gipfels, die gemeinsam vom DIE, ACET und ECDPM organisiert werden.

    Link zu den Workshops:

    The African Continental Free Trade Area (AfCFTA) – how to make it a game changer?

    How can the EU contribute to making the African Continental Free Trade Area (AfCFTA) work?

  • Online expert workshops: Advancing EU-Africa cooperation in light of the African Continental Free Trade Area

    On the 17th and 24th June, the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) – together with the African Center for Economic Transformation (ACET) and the European Centre for Development Policy Management (ECDPM) – organised two online expert workshops on the African Continental Free Trade Area (AfCFTA) and its implications for EU-Africa cooperation. Once operational, the AfCFTA will be the largest free trade area worldwide and it has the long-term potential to address many overarching development challenges in Africa, including the fight against poverty and underemployment. On the road to realising these benefits, however, AfCFTA member states will have to confront several challenges, such as the elimination of persistent non-tariff barriers and across- and within-country structural adjustment costs induced by the trade agreement. While the AfCFTA is an important step towards the longstanding vision of an economically integrated Africa, it also provides a new entry point for increased EU-Africa development cooperation support.

    During the two online expert workshops, representatives from African and European institutions and other international organisations, members of civil society, the private sector, academia and think tanks discussed the challenges for stronger trade cooperation among African countries, reflecting also on the role of the EU in that context. While acknowledging that the EU has expressed keen interest of providing development cooperation support, participants shared the view that the responsibility for effective implementation and, with this, the success of the AfCFTA lies at the national level of its members. Given limited administrative capacities to effectively implement the AfCFTA and supporting policies across many AfCFTA member states, the EU and other external partners should thus align their initiatives to specifically address the needs of African countries and sufficiently coordinate their support in view of the AfCFTA’s core objectives. Africa’s private sector plays a crucial role in translating the AfCFTA from an institutional framework into practical utilisation on the ground, hence special emphasis should be given to supporting their productive and trading capabilities.

    The lessons gathered during the online workshops will be incorporated into a policy brief that seeks to inform the policy process leading up to the AU-EU Summit planned to take place in October 2020.

    Both events are part of a series of policy briefs and online events ahead of the AU-EU summit, jointly organised by DIE, ACET, and ECDPM.

    Link to the workshops:

    The African Continental Free Trade Area (AfCFTA) – how to make it a game changer?

    How can the EU contribute to making the African Continental Free Trade Area (AfCFTA) work?