In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Universität Bonn, dem Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) und dem International Livestock Research Institute (ILRI) veranstaltet das DIE eine Session bei der digitalen Konferenz des Global Landscapes Forum (GLF). Diskutieren Sie mit uns am 4. Juni 2020 über „Drought risk management, natural resource management and social protection: new alliances for sustainability and resilience“ in Afrika in Zeiten der „Doppelkrise“: Klimawandel und Corona-Pandemie.
Jahr: 2020
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Drought Risk Management, Natural Resource Management and Social Protection: New alliances for sustainability and resilience
DIE, in partnership with Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), University of Bonn, the United Nations Convention to Combat Desertification (UNCCD), and the International Livestock Research Institute (ILRI) will host a session at the Global Landscapes Forum (GLF) Bonn Digital Conference 2020. Join us on 4 June 2020 to discuss “Drought risk management, natural resource management and social protection: new alliances for sustainability and resilience” in Africa in times of ‘double crisis’: climate change and the coronavirus pandemic.
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Travelling Waves of Knowledge and Technology in the Tsunami Warning System in Indonesia
Im Jahr 2021 wird die Weltgemeinschaft den Beginn der von den Vereinten Nationen ausgerufenen Dekade der Ozeanwissenschaften für nachhaltige Entwicklung markieren. Die Meereswissenschaften können die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung unterstützen, indem sie ein besseres Verständnis der natürlichen und gesellschaftlichen Dynamiken liefern, die Küsten- und Meereskatastrophen auslösen und Entwicklungsprozesse erheblich stören können.
Für Indonesien, wie auch für den größten Teil der Region des Indischen Ozeans, war der historische Tsunami 2004 die schwerste Küstenkatastrophe der Neuzeit. Die Zahl der Opfer wird mit bis zu 350.000 angegeben, einschließlich der Vermissten. Damals gab es noch keine Systeme, welche die Gemeinden an den Küsten vor der Bedrohung hätten warnen können. Diese Katastrophe führte zu Fortschritten in der Wissenschaft und schließlich zur Entwicklung eines Tsunami-Frühwarnsystems. Historische Aufzeichnungen vergangener Tsunamis zeigen, dass Tsunamis in Perioden von Dutzenden bis Hunderten von Jahren wiederkehren können. Diese historischen Aufzeichnungen sind in den Boden- und Sandschichten vergraben, die uns durch eine Kohlenstoffdatierungsanalyse den Zeitraum der Ereignisse angeben können. Sie überzeugten Naturwissenschaftler*innen von zukünftigen Tsunami-Bedrohungen, einschließlich des großen Sunda Megathrust Tsunami-Ereignisses, das möglicherweise Küstengemeinden entlang der Südküste von Jawa bedrohen könnte.
Währenddessen greifen Gemeinschaften in Küstengebieten auf ihre kollektiven Erinnerungen und Glaubenssysteme zurück, um einen Sinn für den vergangenen Tsunami und potenzielle Tsunami-Bedrohungen zu finden. In vielen Traditionen der Küstengemeinden im Süden der Küsten Jawas gibt es noch immer Mythen von der Königin der Südsee, die in die javanische Kultur eingebettet sind und mit Tsunami-Ereignissen in Verbindung gebracht werden. Entsprechend ist es nicht überraschend, dass die Einführung neuer Technologien des Tsunami-Frühwarnsystems, das vor weniger als zwei Jahrzehnten entwickelt wurde, auf verschiedene Weise Ängste, Ambivalenzen und gesellschaftliche Auseinandersetzungen hervorruft. Zum Teil lässt sich dies durch die asymmetrische Wissensproduktion zwischen und unter Laien und Wissenschaftler*innen über die wahrgenommenen Bedrohungen der Meere erklären.
Nach dem Tsunami von 2004 sagte die Bundesregierung mindestens 45 Millionen Euro zu, um über das Projekt Deutsch-Indonesisches Tsunami-Warnsystem (GITEWS) zum Aufbau eines Tsunami-Warnsystems in Indonesien beizutragen. Der Druck hierzu ergab sich auch aus der Tatsache, dass deutsche Bürger*innen und Tourist*innen an den Küsten des Indischen Ozeans von der Katastrophe erheblich betroffen waren. Die Implementierung des GITEWS sollte 2005 beginnen. Innerhalb von drei Jahren sollte ein High-End-Warnsystem aufgebaut werden.
Die Forschung im Rahmen des aktuellen Projekts untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Akteur*innen in Indonesien, Deutschland sowie mehreren Nachbarländern Indonesiens bis hin zum UN-Gremium, das die Koordination des Warnsystems auf regionaler und globaler Ebene regelt. Im Mittelpunkt steht die Rolle unterschiedlicher Arten von wissenschaftlichem und alltäglichem Wissen bei der Entwicklung und Umsetzung des Tsunami-Frühwarnsystems. Die Forschung orientiert sich dabei an früheren Arbeiten über die Rolle von Wissen in verschiedenen zukunftsweisenden Projekten in Südostasien. Einer der Hauptakteure des indonesischen Tsunami-Frühwarnsystems erklärte in einem Interview: „…kami bukan masyarakat ilmu pengetahuan (wir sind keine Wissensgesellschaft)“. Durch Feldforschung in verschiedenen wissenschaftlich und technologisch relevanten Institutionen, die an der Entwicklung des indonesischen Tsunami-Warnsystems beteiligt sind, will die vorliegende Studie diese umstrittene Aussage hinterfragen und zugleich ein möglicherweise typisches und einzigartiges Gefüge einer Wissensgesellschaft im Kontext der indonesischen Wissenschaftssysteme untersuchen.
Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass Wissensgesellschaften nicht einfach als Ergebnis technologischer Entwicklung entstehen und uneinheitlich, aber dennoch bewusst von gesellschaftlichen Akteuren konstruiert sind. So betrachtet wird das Tsunami-Frühwarnsystem zu einem komplexen sozialen Artefakt und die sozio-politischer Prozesse rücken als Teil der Entwicklung eines solchen Frühwarnsystems in den Fokus. Die Studie versucht zu erklären, welches Wissen, welche Ideen und Ideologien im Rahmen des Aufbaus des indonesischen Tsunami-Frühwarnsystems, eines nicht indigenen Produkts einer postindustriellen Wissenschafts-gemeinschaft, produziert und mobilisiert wurden.
Methodisch kombiniert das Projekt ethnographische und qualitative Interviewmethoden unter den Agent*innen und Akteur*innen des Tsunami-Frühwarnsystems sowie partizipative Beobachtungen auf Gemeindeebene. Die gesammelten Daten reichen von Interviewprotokollen, Medienberichten, Fotomaterial bis hin zu Feldtagebüchern, Fokusgruppendiskussionen und Workshop-Notizen.
Vorläufige Ergebnisse einer ersten Feldforschungsphase im Januar und Februar 2020 deuten darauf hin, dass das Projekt von der dominierenden Rolle der „harten“ Naturwissenschaften, darunter Seismologie und Ingenieurwissenschaften, bei der Entwicklung eines Konzepts für ein durchgehendes Warnsystem abgewichen ist. Politische und kulturelle Verflechtungen waren im Rahmen des Projektentwurfs zunächst nicht vorgesehen. Irina Rafliana wird bis 2023 an diesem Forschungsprojekt arbeiten und dabei vom DAAD, DIE und vormals ZMT unterstützt werden. Betreut wird sie bei ihrer Arbeit von Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge.
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Travelling Waves of Knowledge and Technology in the Tsunami Warning System in Indonesia
In 2021, the global community will mark the beginning of the United Nations Decade of Ocean Science for Sustainable Development. Marine-related sciences can support the achievement of the Sustainable Development Goals by providing a better understanding of the natural and societal dynamics that trigger coastal and marine disasters and significantly disrupt development processes.
For Indonesia as well as most of the Indian Ocean region, the historical 2004 tsunami marked the most severe coastal catastrophe in modern times. Casualties reached up to 350,000 including those missing. There were no warning systems in place at that time to drive communities away from this coastal threat. This catastrophe resulted in advancements in science and the eventual development of a Tsunami Early Warning System. Historical records of past tsunamis show that tsunamis can reoccur with return periods of tens to hundreds of years. These historical records are buried in the layers of soils and sands that could tell us the period of events through carbon dating analysis. They convinced natural scientists of future tsunami threats, including the great Sunda Megathrust tsunami event that could potentially threaten coastal communities along the south coasts of Jawa.
Meanwhile communities in coastal areas draw on their collective memories and belief systems in making sense of the past tsunami and potential tsunami threats. In many of the coastal communities’ traditions in the south of Jawa’s coasts, the myths of the Queen of the South Sea remain, and are embedded in Javanese cultures and presumed by natural scientists as associated with past tsunami events. Hence, it is not surprising that the adoption of new technologies of the Tsunami Early Warning System, which has been developed less than two decades ago, creates anxieties, ambivalences, and societal contestations in various ways. Some of this can be explained by the asymmetric production of knowledge between and among laypeople and scientists on the perceived marine threats.
After the 2004 tsunami, the German government pledged at least 45 million Euros to contribute to the development of a tsunami warning system in Indonesia through the German-Indonesian Tsunami Warning System project (GITEWS). The urge also came from the fact that German citizens and tourists at the Indian Ocean coasts were significantly affected by the catastrophe. Implementation of the GITEWS was planned to start in 2005. A high-end warning system should eventually be set up within 3 years.
The research in the context of the current project investigates the complex interactions between actors and agents in Indonesia, Germany as well as several neighbouring countries of Indonesia up to the UN Body that governs the coordination of the warning system at the regional and global level. Focus is placed on the role of different types of scientific and everyday knowledge in developing and implementing the Tsunami Early Warning System. As such, the research is inspired by former work on the role of knowledge in diverse future-making projects in Southeast Asia. One of the key actors in the Indonesian Tsunami Early Warning System stated in a preliminary interview: ”…kami bukan masyarakat ilmu pengetahuan (we are not a knowledge society)”. Through fieldwork in different science and technology-relevant institutions, which are involved in the development of the Indonesian Tsunami Warning System, this study aims to investigate this arguable statement and sheds light on a possibly typical and unique fabric of a knowledge society that is assumed to be highly contextual to the Indonesian science systems.
It is important to note that knowledge societies do not simply emerge as a result of technological development and are non-uniform, nevertheless consciously constructed by social actors. Seen as such, the Tsunami Early Warning System becomes a complex social artefact, and the role of taking into account socio-political processes as part of developing such an Early Warning System is underlined. The study seeks to explain which knowledge, ideas and ideologies were produced and mobilised as part of building the Indonesia Tsunami Early Warning System, a non-indigenous product of a post-industrial science community.
Methodologically, the project combines ethnographic and qualitative interview methods amongst agents and actors of the Tsunami Early Warning System as well as participatory observations at community level. The collected data range from interview transcripts, media reports, photographic material, to field diaries, focused group discussions and workshop notes.
Preliminary findings from a first fieldwork phase in January and February 2020 indicate that the project departed from the dominating role of natural ‘hard’ scientists, including seismologists and engineers in developing an end-to-end warning system concept. Political and cultural entanglements had initially not been anticipated within the project design. Methodologically the project draws onIrina Rafliana will work on this research project for 3,5 years (until 2023) while being supported by DAAD, DIE, and formerly ZMT. She is supervised in her work by Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge.
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Webinar: Corona Crisis – Global solidarity instead of ‘run for cover’
On 20 May, Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge provided an input to a webinar of the Green parliamentary group in the German Bundestag.
Under the title „Corona Crisis – Global solidarity instead of ‘run for cover’“, a webinar by the Green parliamentary group in the German Bundestag took place on 20 May. Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge gave an input to the webinar. Other participants were Prof. Dr. Monika Schnitzer (member of the German Council of Economic Experts) and Thilo Hoppe (Development Commissioner of Brot für die Welt Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.). Together with the Chairperson of the Green Party, Dr. Anton Hofreiter, and the Vice-Chairperson Agnieszka Brugger, the participants discussed how the health, economic and social challenges caused by the Covid-19 pandemic can be effectively met worldwide. Claudia Roth, Vice President of the German Bundestag, gave the closing address. The full Webinar (in German language) can be found here:
https://youtu.be/wL0jzfM49Sw
