Jahr: 2020

  • Neues von SDSN Germany

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    12. Sitzung des Erweiterten Lenkungsausschusses von SDSN Germany

    Am 29. September 2020 beriet der Erweiterte Lenkungsausschuss von SDSN Germany in einer Videokonferenz die Frage Was macht Deutschland aus „Next Generation EU?“. Unter den über 50 Teilnehmer*innen beteiligten sich neben Mitgliedern des Erweiterten Lenkungsausschusses (Erw. LA) auch Gäste u.a. aus Mitglieds- und Partnerorganisationen von SDSN Germany, Bundestag und Bundesregierung und Europäischer Kommission.

    Als eine Antwort auf die COVID19-Pandemie und ihre Folgen haben die Staats- und Regierungschefs der EU auf dem Europäischen Rat vom 17. bis 21. Juli 2020 den Aufbauplan „Next Generation EU“ (NGEU, 2021-2023) beschlossen. Zusammen mit dem Mittelfristigen Finanzrahmen 2021-2027 (MFR) soll NGEU die EU mittels ihrer wichtigsten politischen Strategien, insbesondere des europäischen Grünen Deals, der digitalen Revolution und der Resilienz, umgestalten. Ob dies gelingt und damit ein signifikanter Beitrag zur Erreichung der Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und des Pariser Klimaabkommens geleistet werden kann, hängt maßgeblich von politischen Weichenstellungen der nächsten Monate ab.

    Öffentliche Diskussionsveranstaltung:

    Verbindung der Europäischen Aufbaupläne und des Europäischen Semesters mit den SDGs

    Das globale SDSN organisierte unter Mitwirkung der europäischen SDSN-Netzwerke eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zu den Europäischen Aufbauplänen und dem Europäischen Semester und der Verbindung mit den Sustainable Development Goals (SDGs), die am 22. Oktober 2020 im virtuellen Format stattfand.

    Der Europäische Rat und die Europäische Kommission haben die dramatischen Folgen der Pandemie erkannt und sich auf einen Wiederaufbauplan geeinigt, der den Weg aus der Krise weisen und den Grundstein für ein modernes und nachhaltigeres Europa legen soll. Diese Bemühungen werden jedoch nur mittel- und langfristig wirksam sein, wenn sie eine Transformation ermöglichen, die mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und deren Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) in Einklang steht, die 2015 von allen Regierungen bei den Vereinten Nationen vereinbart wurden. Dies wird auch in der neuen jährlichen Strategie für nachhaltiges Wachstum 2021 der Europäischen Kommission unterstrichen. Die SDGs sollten Referenzrahmen für die Wiederaufbau- und Resilienzpläne der Mitgliedstaaten sein und in Verbindung mit dem Europäischen Semester stehen.

    Eloise Bodin (Institute for European Environmental Policy), Estelle Goeger (Europäische Kommission) und Jorge Nunez Ferrer (Centre for European Policy Studies) führten mit Impulsbeiträgen in die Thematik ein, gefolgt von Kommentaren aus den SDSN-Netzwerken.

    Weitere Informationen finden Sie hier

    Teilnahme am Nachhaltigkeitsforum 2020

    Auf Einladung des Bundeskanzleramtes fand am 15. Oktober 2020 das Nachhaltigkeitsforum 2020 statt. Während des Forums diskutierten über 100 Teilnehmer*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über die Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. SDSN Germany beteiligte sich dabei mit einem kurzen Redebeitrag. Dabei stießen die Stellungnahmen von SDSN Germany zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie auf ein überwiegend positives Echo. Bundesminister Dr. Helge Braun eröffnete das Nachhaltigkeitsforum und leitete anfangs die Debatte. Das Bundeskanzleramt nimmt die Beiträge zur Kenntnis und wird die Nachhaltigkeitsstrategie bis Anfang nächsten Jahres fertigstellen.

  • 10. Wasserwerkstatt zur nachhaltigen Governance von Wasser in Bergbau- und Bergbaufolge-Landschaften

    Card: 10th Dialogue on Water on Governing water sustainably in mining and post-mining landscapes
    ©DIE

    Am 8. und 9. Oktober fand die 10. Wasserwerkstatt online unter der Schirmherrschaft des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) statt. Akademiker*innen und Praktiker*innen diskutierten gemeinsam, wie bergbaubedingte Wasserverschmutzung und -verknappung vermieden und eine ausgeglichene, faire Abwägung unterschiedlicher Interessen, Prioritäten und Bedeutungszuweisungen erreicht werden kann.

    Ein Eröffnungsvortrag von Nadja Kunz von der University of British Columbia zeigte auf, dass Bergbauunternehmen zunehmend umdenken und anstatt eines intern fokussierten Wasserrisiko-Managements eine ganzheitlichere Rolle als Wasserverwalter anstreben. Mangelnder Austausch sowohl zwischen einzelnen Abteilungen sowie mit Stakeholdern vor Ort stellen allerdings weiterhin Herausforderungen dar. Ein zweiter Eröffnungsvortrag von Fabiana Li von der University of Manitoba betonte die Tatsache, dass Wasser soziale Gefüge prägt und von diesen geprägt wird. Daher nimmt es in Verbindung mit Bergbau unterschiedliche Rollen und ist Streit- und Verhandlungsobjekt in Bezug auf Werte, relevante Wissensformen und Bedeutungen.

    Vorträge im Rahmen der Wasserwerkstatt stellten u.a. unterschiedliche Ansätze vor, um Wasserrisiken und potentielle Auswirkung auf lokale Bevölkerungsgruppen besser zu verstehen und zu minimieren. Sie beinhalteten aber auch Fallstudien zu Konflikten zwischen Bergbauunternehmen und der lokalen Bevölkerung, u.a. in Bezug auf den Abbau von Lithium in der Atacama-Wüste in Chile oder Zement-Abbau im Kendeng-Gebirge in Indonesien.

    Abschließend fand eine Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), sowie der Universität Wageningen und von Germanwatch e.V. statt. Sie wandte sich u.a. der Frage zu, welche unterschiedlichen Rollen Staaten, (internationale) Forschung und Zivilgesellschaft einnehmen, um eine nachhaltige Governance von Wasser und Bodenschätzen zu fördern. Dringend notwendig hierfür sei insbesondere ein intensiverer Austausch zwischen der Zivilbevölkerung, staatlichen Behörden und Bergbauunternehmen, sowie die Förderung nachhaltiger Lieferketten.

  • 10th Dialogue on Water on Governing water sustainably in mining and post-mining landscapes

    Card: 10th Dialogue on Water on Governing water sustainably in mining and post-mining landscapes
    ©DIE

    On 8 and 9 October, the 10th Dialogue on Water took place online, organised jointly by researchers from the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) and the German Federal Institute for Geosciences and Natural Resources (BGR). It brought together academics and practitioners to discuss how water contamination and depletion from mining can be mitigated and how a balanced and equitable consideration of diverging interests, priorities and meanings tied to water resources can be ensured.

    A keynote speech by Nadja Kunz of the University of British Columbia pointed out that mining companies are starting to shift their focus from internal water risk management to water stewardship. They still struggle, however, to coordinate across departments and to conduct sufficient outreach out to stakeholders. A second keynote by Fabiana Li of the University of Manitoba emphasised that water is an element that is shaped by social relations and shapes social relations in return. In consequence, it plays various roles in relation to mining, being an object of contestation and negotiation of values, relevant knowledges, and meaning.

    Presentations during the workshop featured, i.a., voluntary certification schemes and water risk assessment tools, which provide incentives and starting points for mining companies to identify and manage potential negative effects on water resources and surrounding communities. They also included case studies of conflicts, illustrating what is at stake if mining companies fail to sufficiently mitigate water degradation and to prevent unintended social-environmental effects. Among these were contestations surrounding Lithium mining in the Atacama Desert in Chile, cement mining in the Kendeng Mountains in Indonesia and contestations in the Peruvian Andes.

    A closing panel with representatives of the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ), the Federal Institute of Geosciences and Natural Resources (BGR), as well as of the University of Wageningen and of Germanwatch e.V. discussed how states, (international) academia and civil society can fulfil diverging roles in fostering sustainable governance in water and mining. Panelists emphasised the need for better dialogue between communities, state agencies, and mining companies, and for the promotion of sustainable value chains.

  • Neues DFG-gefördertes Forschungsprojekt „Nachhaltige städtische Entwicklung in der Europäischen Arktis (SUDEA): Verbesserung von transnationaler Kooperation in abgeschiedenen Regionen“

    Photo: SUDEA, Tromsø, Norway, 69°40′58″N 18°56′34″E
    Tromsø, Norway, 69°40′58″N 18°56′34″E ©Pixabay

    Verschiedene Politiken auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene fügen sich idealerweise wie zu einem Puzzle zusammen und ergeben das große Ganze. In der Realität jedoch steht Politikgestaltung für die Heterogenität und Widersprüche unserer global vernetzten Welt. Um diese verschiedenen Sichtweisen und die letztlich daraus resultierenden Politikmaßnahmen in einem gemeinsamen Kontext zu sehen und zusammenzubringen, ist transnationale Kooperation zentral. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsprojekt „Nachhaltige städtische Entwicklung in der Europäischen Arktis (SUDEA): Verbesserung von transnationaler Kooperation in abgeschiedenen Regionen“ untersucht seit Oktober 2020, wie ein Blick Richtung Norden – in die Arktis – dazu beitragen kann, mögliche Wege zu identifizieren, die Politiken insbesondere im Kontext nachhaltiger Entwicklung besser harmonisieren können. Zwei internationale und interdisziplinäre Forschungsteams, angesiedelt am DIE und der Maria-Curie-Skłodowska-Universität in Lublin, Polen, werden für die nächsten drei Jahre gemeinsam ein Rahmenwerk für die Abstimmung und Weiterentwicklung von Governance-Ansätzen entwickeln, das auch über die Arktis-Region hinaus Anwendung finden soll.

     

    Das Projektteam, Dorothea Wehrmann (Projektleitung, DIE), Michał Łuszczuk (Projektleitung, Maria-Curie-Skłodowska-Universität), Katarzyna Radzik-Maruszak (Maria-Curie-Skłodowska-Universität), Arne Riedel (Ecologic Institute) und Jacqueline Götze (DIE) werden theoretische Analysen mit empirischen Studien verbinden und dabei vor allem siebe Städte in der europäischen Arktis in den Blick nehmen: Rovaniemi und Kolari in Finnland, Nuuk in Grönland, Akureyri in Island, Tromsø in Norwegen sowie Kiruna und Luleå in Schweden.

    Das Projekt ist Teil des Forschungsprogramms „Inter- und Transnationale Zusammenarbeit“ am DIE und wird zu theoretischen und konzeptionellen Debatten im Rahmen des Forschungsclusters „Erfolgsfaktoren für inter- und transnationale Kooperation“ beitragen.

    Weiterführende Informationen finden Sie auf der Projektseite.

  • New DFG-funded research project “Sustainable Urban Development in the European Arctic (SUDEA): Towards Enhanced Transnational Cooperation in Remote Regions” at DIE

    Photo: SUDEA, Tromsø, Norway, 69°40′58″N 18°56′34″E
    Tromsø, Norway, 69°40′58″N 18°56′34″E ©Pixabay

    Like puzzle pieces, ideally, policies agreed upon at the local, national, regional, and global levels should contribute to a coherent whole. In reality, however, policy-making mirrors our world’s heterogeneities and contradictions. To bring different realities, perspectives, and ultimately policies together, transnational cooperation is crucial. A new research project launched in October 2020 and funded by the German Research Foundation (DFG) investigates whether a “look up north” to the Arctic, where transnational cooperation has a long tradition, may help to identify pathways to better harmonise policies particularly in the context of sustainable urban development. Two international and interdisciplinary research teams based at the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) and the Maria-Curie-Skłodowska-University in Lublin, Poland, will collaborate for the next three years. A central result of the project “Sustainable Urban Development in the European Arctic (SUDEA): Towards Enhanced Transnational Cooperation in Remote Regions” will be a new framework to align and advance governance approaches also beyond the Arctic.

     

    The researchers Dorothea Wehrmann (project lead, DIE), Michał Łuszczuk (project lead, Maria-Curie-Skłodowska-University), Katarzyna Radzik-Maruszak (Maria-Curie-Skłodowska-University), Arne Riedel (Ecologic Institute) and Jacqueline Götze (DIE) combine theoretical analyses with empirical studies and pay particular attention to seven cities located in the European Arctic: Rovaniemi and Kolari in Finland, Nuuk in Greenland, Akureyri in Iceland, Tromsø in Norway as well as Kiruna and Luleå in Sweden. The project is part of the Research Programme “Inter- and transnational cooperation” at DIE and will contribute to theoretical and conceptual debates also in the context of the research cluster “Success factors determining inter- and transnational cooperation”.

    For further information, please check the project website.