Zweiter Policy Workshop im Projekt Megatrends Afrika

Am 15. Juni fand der zweite Policy Workshop des Projekts Megatrends Afrika zum Thema „Externe Akteure und deren öffentliche Wahrnehmung in Afrika“ in den Räumlichkeiten der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin statt.

Screenshot: second policy workshop of the project Megatrends Afrika took place at the premises of the German Institute for International and Security Affairs in Berlin. It dealt with “External Actors and African Public Opinion”.

©IDOS

Megatrends Afrika ist eine Kooperation zwischen dem German Institute of Development and Sustainability (IDOS), der SWP und dem Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) und widmet sich der Frage, wie sich Megatrends wie beispielsweise der demographische Wandel oder Urbanisierung auf afrikanische Staaten und Gesellschaften auswirken.

Der Policy Workshop fand in einem hybriden Format statt und brachte neben Wissenschaftler*innen des Projekts und politischen Entscheidungsträger*innen auch weitere geladene Gäste aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik zusammen. Drei Kurzvorträge stellten aktuelle Forschung aus dem Projekt vor, die sich mit der öffentlichen Wahrnehmung externer Akteure in Afrika beschäftigt. Karoline Eickhoff (SWP) präsentierte die unterschiedlichen politischen Diskurse zu Chinesischen Infrastrukturprojekten in Kenia und demonstrierte wie diese auf politische Entscheidungen einwirken. Tobias Heidland (IfW Kiel) stellte umfangreiche Umfragedaten aus Uganda und dem Senegal vor, welche die Wahrnehmungen und Haltungen der einheimischen Bevölkerung zu afrikanischen und nicht-afrikanischen Migrant*innen beleuchten und trägt somit zu einem wichtigen Perspektivenwechsel in der Debatte zu Migration und Afrika bei. Zuletzt widmete sich Emmanuel Rukundo (IDOS) der Frage nach dem Zusammenhang zwischen Abstimmungsverhalten bei den Vereinten Nationen und der öffentlichen Meinung in Afrika in Bezug auf den Krieg in der Ukraine. Die innovative Forschung basiert auf einer sogenannten Sentiment-Analyse, die auf Daten der Onlineplattform Twitter zurückgreift. Seine Untersuchung zeigt, dass die zunehmend negative Stimmung in Afrika in Bezug auf den aktuellen Ukraine-Russland-Konflikt in Zusammenhang mit dem Abstimmungsverhalten bei den Vereinten Nationen entlang der Position des Westens steht. Benedikt Erforth (IDOS) moderierte die anschließende Diskussion, die sich insbesondere mit der Positionierung Deutscher Afrikapolitik angesichts der diversen Akteurslandschaft in einer neuen multipolaren Weltordnung drehte. Der damit einhergehende Verlust westlichen Einflusses und Legitimität in Afrika braucht neue Politikansätze, die sich insbesondere die oft zitierte Partnerschaft auf Augenhöhe zum Maßstab nehmen.

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