HyPat-Fachworkshop zur Bestimmung von potenziellen Produktionsländern für grünen Wasserstoff

Der Übergang zu einer Ökonomie des grünen Wasserstoffs (GH2) ist ein Schlüssel für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem. Die globale Geographie einer künftigen GH2-Ökonomie ist erst in Umrissen zu erkennen. Klar ist, dass Europa und Japan große Nettoimporteure von GH2 sein werden, während die USA und China voraussichtlich weitgehend Selbstversorger sein werden. Das HyPat- Projekt, in dem das DIE mit Instituten der Fraunhofer Gesellschaft (FhG) und anderen Partnern zusammenarbeitet (www.hypat.de) hat u.a. das Ziel, Länder zu identifizieren, die besonders hohes Potenzial mitbringen, Exporteure von GH2 zu werden. Am 28. Januar führte das DIE gemeinsam mit dem FhG-ISI (Karlsruhe) einen Expert*innen-Workshop durch, um für vier Weltregionen (sub-Sahara Afrika, MENA, Osteuropa / Zentralasien und Lateinamerika) besonders vielversprechende Kandidaten zu identifizieren. Spezielle regionale Gegebenheiten, die bei einer globalen Analyse nicht ins Auge fallen, sollten ergänzend identifiziert werden. Zu dem Workshop waren Expert*innen des DIE, der SWP, des GIGA, der FU Berlin, des Nordic Africa Institute in Schweden, des ODI in London und von Universitäten in Israel und der Türkei eingeladen, um ihre Regionalexpertise und Fachwissen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen einzubringen.

Viele Entwicklungsländer haben großes Potenzial, grünen Wasserstoff auf Basis von Solar-, und Windenergie, Wasserkraft oder Geothermie zu erzeugen. Während des Fachworkshops wurde betont, dass es nicht zielführend ist, wenn sich die Rolle der Entwicklungsländer in einer globalen GH2-Ökonomie darauf beschränkt, einen neuen Rohstoff in den globalen Norden zu exportieren. Der Einstieg in die GH2-Ökonomie muss in komplexere sozio-ökonomische Strategien eingebettet werden, die auch beinhalten, lokale Wertschöpfungsketten, z.B. zur Dekarbonisierung des Schwertransports oder der Düngemittelindustrie zu entwickeln. Die von den Expert*innen identifizierten regionalen Potenzialländer werden überwiegend in 2022 in vertiefenden Länderfallstudien des DIE und des FhG-ISI näher untersucht. Dabei werden sozio-ökonomische und technologische Potentiale ebenso betrachtet wie Governance-Aspekte und die Akzeptanz eines Einstiegs in die GH2-Ökonomie durch die wichtigsten Stakeholder.

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