Wie wird „Natur“ vorgestellt, reguliert, verteidigt und transformiert? Dieser Frage widmete sich eine interdisziplinäre Konferenz zum Klimawandel als tiefgreifender Krise.

IDOS beteiligte sich an der interdisziplinären Konferenz „Climate Change as a Crisis of Nature?“, die vom Emile Durkheim Center – Crisis Analysis der Universität Bonn unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Gephart in Kooperation mit der IDOS-Abteilung Environmental Governance organisiert wurde. Die Zusammenarbeit wurde von Dr. Rapti Siriwardane-de Zoysa koordiniert.
Die Konferenz betrachtete den Klimawandel nicht allein als ökologische Transformation, sondern als tiefgreifende soziale, kulturelle, wirtschaftliche, politische und rechtliche Krise. Durch die Zusammenführung von Perspektiven aus den Natur-, Sozial- und Kulturwissenschaften untersuchte sie, wie unterschiedliche epistemische Traditionen, Governance-Regime, wirtschaftliche Strukturen und normative Ordnungen prägen, wie „Natur“ vorgestellt, reguliert, verteidigt und transformiert wird.

IDOS-Kolleg*innen leisteten mehrere wichtige Beiträge. Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge eröffnete den ersten Tag mit einer Keynote am Nachmittag zu den Versprechen und Paradoxien von Nachhaltigkeitstransformationen. Dr. Jean Carlo Rodríguez de Francisco stellte seine Arbeit „Nature for Whom?“ vor und thematisierte dabei naturbasierte Lösungen und Umweltgerechtigkeit. Dr. Niklas Wagner leitete ein Practitioner Panel mit Claudia Heipe, Melanie Coath und Jennifer Lenhart, das die Diskussion mit der Bonner Klimakonferenz und dem Triple-COP-Jahr verband. Am zweiten Tag sprach Prof. Dr. Ines Dombrowsky zu nachhaltigen Entwicklungsszenarien und Perspektiven der Modellierung.
Die Konferenz bot einen aktuellen und wichtigen Raum, um Natur nicht als passives Objekt der Krise zu begreifen, sondern als umkämpftes Feld von Wissen, Politik, Recht und kollektiver Verantwortung.

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