Klimafreundliche Städte und soziale Gerechtigkeit in Lateinamerika

Pilotstädte in Argentinien, Brasilien und Mexiko zeigen messbare Klimaeffekte und steigende Lebensqualität.

Photo: TUC-Projektteammitglieder und Bewohner*innen besichtigen einen neu angelegten Garten in Barrio 20, Buenos Aires.
TUC-Projektteammitglieder und Bewohner*innen besichtigen einen neu angelegten Garten in Barrio 20, Buenos Aires. ©Michael Roll

Im Rahmen des Multi-Partner-Projekts „Transformative Urban Coalitions“ (TUC) arbeitet IDOS seit 2021 zur nachhaltigen Transformation von benachteiligten Stadtteilen und Städten in Lateinamerika. Vom 20. – 24. April fand das letzte Planungstreffen in Buenos Aires statt, da das Projekt 2026 endet. Gemeinsam mit dem Institute for Environment and Human Security der United Nations University (UNU-EHS), dem World Resources Institute (WRI) und dem International Institute for Environment and Development (IIED) sowie Vertreter*innen aus den fünf Pilotstädten in Argentinien, Brasilien und Mexiko, wurden Aktivitäten zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Maßnahmen geplant.

Photo: Plakat: Mit Unterstützung des TUC-Projektes installierte Klimamessstation in Barrio 20, Buenos Aires, zur Beobachtung der lokalen Auswirkungen der Maßnahmen.
Mit Unterstützung des TUC-Projektes installierte Klimamessstation in Barrio 20, Buenos Aires, zur Beobachtung der lokalen Auswirkungen der Maßnahmen. ©Michael Roll

Nach dem Aufbau von „Urban Labs“ und der Umsetzung lokaler Transformationsprojekte in den Pilotstädten ging es in der zweiten Phase des Projektes seit 2024 um das Einspeisen der Erkenntnisse in Wissenschaft und Politik sowie um das Scaling des Ansatzes. In Argentinien besuchte das Projektteam den Stadtteil Barrio 20 in Buenos Aires, in dem die Bewohner*innen zahlreiche Maßnahmen wie städtische Gärten, Fassadenbegrünungen und Verschattungen durch Kletterpflanzen umgesetzt haben. Untersuchungen auf der Grundlage lokal installierter Klimamessstationen zeigen, dass dadurch die Höchsttemperaturen in den engen Straßen deutlich gesunken sind und Luft- und Lebensqualität sich verbessert haben. Angestoßen durch diese Erfolge übernahmen auch benachteiligte Stadtteile in Argentiniens drittgrößter Stadt Rosario diesen Ansatz. Die Stadtverwaltung lud das TUC-Projektteam ein, sich die Fortschritte anzusehen und mit den Bewohner*innen auszutauschen. Auch in Rosario sind die Klimabelastungen durch die Maßnahmen gesunken und die Lebensqualität hat zugenommen. In beiden Städten existieren nun Koalitionen aus Bürger*innen, Nachbarschaftsorganisationen und Stadtverwaltung, die klimafreundliche Anpassungen weiter ausbauen und in anderen Städten sowie auf politischer Ebene dafür werben.

Neben Argentinien konnte das Projekt auch in Brasilien wichtige Anstöße geben, die in dem seit 2025 laufenden nationalen Programm „Periferia Viva“ in 58 Städte mit rund 900 Millionen Euro unterstützt werden. In den verbleibenden Monaten werden die lokalen Projektteams weiter daran arbeiten, die Maßnahmen an lokale Koalitionen zu übergeben. Zudem werden die über sechs Jahre gesammelten Daten zu den Transformationsprozessen in den fünf Pilotstädten ausgewertet und in akademischen und politikorientierten Formaten veröffentlicht.

Authors

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert