IDOS-Direktorin Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge vertritt die Ansicht, dass Deutschland eher auf globale Partnerschaften als auf einseitige Abhängigkeiten setzen sollte.

Am 19. Mai war Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge Gast eines Devex Top Briefings zum Thema „Was Deutschlands Aufstieg zum größten Geber für die globale Entwicklung bedeutet“. Deutschland wird oft als zögerliche Führungsmacht in der globalen Entwicklungspolitik bezeichnet. Nachdem es – trotz eigener erheblicher Kürzungen im Entwicklungsbereich – infolge des US-amerikanischen Rückzugs zum größten bilateralen Geber aufgestiegen ist, stellt sich die Frage, was Deutschland aus dieser Position macht und wie dies die fragmentierte geopolitische Landschaft beeinflussen könnte. Anna-Katharina Hornidge diskutierte diese Fragen gemeinsam mit Michael Krake, Mitglied der Expertenkommission Deutschland und der Globale Süden, sowie Abdoul Salam Bello von der Afrikanischen Entwicklungsbank. Ihre Kernbotschaft lautete: Die größte liberale Demokratie im Herzen Europas und eine der größten Volkswirtschaften weltweit, deren Wohlstand maßgeblich vom Export abhängt, ist vollständig auf Partnerschaften und ein Netzwerk von Partnern angewiesen, das Balance gewährleistet – statt einseitiger Abhängigkeiten – für Europa und für Deutschland. Da die internationale Wirtschafts- und politische Ordnung neu geordnet wird, betrifft dies auch das Feld der Entwicklungspolitik. Die Herausforderung und Aufgabe für dieses Politikfeld in den kommenden Jahren lautet: sich als Kooperationspolitik neu zu erfinden – das heißt als dasjenige Außenpolitikfeld Deutschlands, das über die verschiedenen außenpolitischen Felder hinweg Deutschlands strategische Partnerschaftsansätze mit Ländern und Gesellschaften niedrigen und mittleren Einkommens koordiniert.

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