Gender‑Mainstreaming und lokales Wissen zeigen, wie inklusive Wasserpolitik Entwicklung wirksamer macht.

Entwicklungszusammenarbeit muss wirksam sein — und der Wassersektor zeigt, dass Effizienz der Gerechtigkeit dienen muss, um Entwicklung zu fördern. In mehreren Veranstaltungen und Veröffentlichungen hat das IDOS-Wasserteam gemeinsam mit externen Expert*innen aufgezeigt, wie eine inklusive Wasserpolitik — aufbauend auf Gender-Mainstreaming sowie lokalen Akteur*innen und ihrem Wissen — Entwicklung sektorenübergreifend und für alle Menschen fördert.
Im Einklang mit dem Thema des UN-Weltwassertags 2026 Wo Wasser fließt, wächst Gleichheit haben Annabelle Houdret (IDOS) und Anindita Sarkar (ZEF) vom Bonn Water Network in ihrer Aktuellen Kolumne dargelegt, dass das Wassermanagement in der Praxis zunehmend von Frauen getragen wird — insbesondere dort, wo die Abwanderung männlicher Bevölkerungsgruppen Frauen zurücklässt. Und dort, wo Frauen eingebunden sind, funktionieren Wassersysteme besser. Governance-Systeme, die Frauen ausschließen, verkennen lokale Realitäten und setzen Ressourcen falsch ein. Dies bestätigen auch der IDOS Policy Brief und die Online-Debatte Against the current: how water access affects women and men differently, die das Bonn Water Network anlässlich des Weltwassertags 2026 organisierte (online hier verfügbar). Teilnehmende von UN Women, dem Water Integrity Network, dem Zentrum für Entwicklungsforschung und dem marokkanischen Institut National d’Aménagement et d’Urbanisme waren sich einig, dass die Schließung der Geschlechtergerechtigkeitslücke beim Wasserzugang nicht nur technische Investitionen, sondern ein grundlegendes Umdenken erfordert — nämlich darüber, wer die Macht in der Wasserpolitik innehat, und wessen Wissen zählt. In Frauen, die an der Wasserversorgung beteiligt sind, zu investieren, ist daher keine soziale Gefälligkeit – es ist schlicht wirksame Entwicklungspolitik.
Wirksame Entwicklungszusammenarbeit muss zudem auf lokalen Akteur*innen sowie deren Wissen und Kapazitäten aufbauen, um alle Chancen für Entwicklung zu nutzen. Da die Diskussionen über eine Post-2030-Agenda Gestalt annehmen, plädiert eine aktuelle Veröffentlichung von IDOS und externen Autor*innen für einen Paradigmenwechsel, der Lehren aus der SDG-6-Umsetzung zieht. Neue Ansätze sollten sich von homogenen, technischen und infrastrukturbasierten Maßnahmen wegbewegen und hin zu pluralistischen, machtbewussten Ansätzen bewegen, die die Vielfalt der Bedürfnisse, des Wissens und der Erfahrungen rund um das Thema Wasser anerkennen.

Schreibe einen Kommentar