Enjust-Konferenz rückte sozial-ökologische Implikationen marktbasierter Naturschutzansätze in den Fokus.

Thema dieser 6. Konferenz des Enjust-Netzwerks war „Offsetting Justice? Environmental justice in the age of market and militarised conservation“. Die Konferenz fand vom 3. bis 5. Dezember am IDOS statt. Dabei standen Gerechtigkeitsfragen im Kontext marktbasierter Naturschutzansätze sowie Menschenrechte im Naturschutz im Vordergrund. Über 60 Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Praktiker*innen aus Afrika, Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika tauschten sich dazu in Bonn aus.
In verschiedenen Fachsitzungen, Ausstellungen, künstlerischen Aufführungen, Vorträgen und Gruppendiskussionen setzten sich die Teilnehmenden vor allem mit den sozial-ökologischen Implikationen sogenannter Offsets (z. B. Waldkohlenstoffprojekte des freiwilligen Kohlenstoffmarkts, Biodiversitätsoffsets) und Naturschutzgebieten auseinander. Dabei entwickelten sie eine Reihe von Thesen und konkreten Maßnahmen, um Natur- und Klimaschutz sozial inklusiver und gerechter zu gestalten. So könnten landrechtsbasierter Naturschutz, die faire Umsetzung bestehender Umweltgesetze, die Beschränkung auf in-situ-Biodiversitätsoffsetting sowie die direkte Förderung indigener Gruppen und Kleinbauer*innen eine zentrale Rolle für einen effektiveren und sozial gerechteren Natur- und Klimaschutz spielen. Die entwickelten Thesen und Maßnahmen sollen Anfang 2026 als IDOS Policy Brief veröffentlicht werden.

Das Enjust-Netzwerk sensibilisiert für Fragen der Umweltgerechtigkeit und stärkt die demokratische Beteiligung der von Umweltproblemen betroffenen Gruppen. Es verbindet Akteur*innen aus Wissenschaft, Planung und Zivilgesellschaft. Die 6. Konferenz des Enjust-Netzwerks wurde gemeinsam vom Geographischen Institut der Universität Kiel und der Abteilung Umweltgovernance am IDOS organisiert.

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