‘Sustainable Land Management in Sub-Sahara Africa’ auf der Tropentag 2025

INTERFACES und die regionalen Projekte COINS, DecLaRe und InfoRange kamen vom 10. bis 12. September auf der Tropentag-Konferenz in Bonn zusammen. Höhepunkt war der von INTERFACES organisierte Workshop im Vorfeld der Konferenz, bei dem wirksame Wege zur Überbrückung von Forschung und Politik im Kontext der nachhaltigen Landentwicklung identifiziert wurden.

Photo: IDOS-Wissenschaftler Michael Brüntrup auf der Tropentag-Konferenz in Bonn
©IDOS

Die Tropentag-Konferenz ist eine strategische Plattform für den jährlichen persönlichen Austausch zwischen den regionalen Projekten und bietet die Möglichkeit, mit verschiedenen Interessengruppen in Kontakt zu treten. Der diesjährige Workshop mit dem Titel „Bridging the gap: strengthening science-policy interfaces in agricultural research“ war eine logische Fortsetzung der Workshops der letzten beiden Tropentag-Konferenzen, die sich mit partizipativen Ansätzen in der Agrarforschung und mit dem Management von Agrarwissen befassten.

Dieser Workshop unter der Leitung von Dr. Michael Brüntrup (IDOS) untersuchte die Dynamik der Interaktion zwischen Wissenschaft und Politik und versuchte, Forscher*innen praktische Erkenntnisse zu vermitteln, um die Sichtbarkeit und den Einfluss ihrer Arbeit zu verbessern. Dr. Sieglinde Snapp, Direktorin des Sustainable Agrifood Systems programme at the International Maize and Wheat Improvement Center (CIMMYT), hielt eine Keynote darüber, ob Wissenschaft und Politik ohne Menschen etwas bewirken können, und postulierte, dass partizipative Ansätze zur Verbesserung von Wissenschaft und Politik notwendig sind.

Auf diese aufschlussreiche Präsentation folgten Breakout-Gruppen im World-Café-Stil, die von INTERFACES-Forschern zu vier Hauptthemen moderiert wurden: (1) die Rolle von Geldgebern bei der Gestaltung wirkungsvoller Agrarforschungsprogramme; (2) die Einbettung der Beteiligung in Forschungs- und Politikprozesse; (3) die adaptive Projektumsetzung für lokale Relevanz; und (4) die Stärkung des Wissensaustauschs und der Communities of Practice. Ein separater Blog zu den Ergebnissen des World Cafés wird in Kürze auf unserer Homepage verfügbar sein.

Photo: Postervorstellung auf der Tropentag-Konferenz in Bonn
©IDOS

Nachdem die 45 Workshop-Teilnehmer im World Café Ideen gesammelt und Gedanken und Erfahrungen ausgetauscht hatten, war die Bühne frei für eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Wissenschaft, darunter Theresa Herbold vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Maja Clausen vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) als Vertreterinnen der Politik. Dr. Sieglinde Snapp und Dr. Tina Beuchelt, Projektleiterin von INTERFACES und Wissenschaftlerin am ZEF, lieferten kritisches Feedback aus wissenschaftlicher Perspektive. Abgerundet wurde die Podiumsdiskussion durch Herrn Benjamin Abugri, Wissensmanagement-Spezialist bei FARA, der betonte, wie wichtig es ist, effektive Kommunikationsstrategien zu identifizieren und Netzwerke zu pflegen, die ein nachhaltiges politisches Engagement und Lernen unterstützen. Es herrschte allgemeiner Konsens darüber, dass es eine Diskrepanz zwischen den Zeitplänen der Geldgeber und der Forscher*innen gibt, da die Projektzyklen von Natur aus zu kurz sind, um die Implementierung von Forschungsergebnissen und Rückmeldungen aus der Gemeinschaft effektiv einzubeziehen.

Photo: IDOS-Wissenschaftler Theodor Asimeng auf der Tropentag-Konferenz in Bonn
©IDOS

Über den Workshop hinaus präsentierten Forscher*innen aus allen Projekten ihre Arbeit in Vorträgen und Poster-Sessions. Besonders hervorzuheben ist, dass die Doktoranden von INTERFACES und DecLaRe, Dorcas Sanginga Alame und Frimence Allogbènou Tossou, den Poster Award gewonnen haben und Cecile Poitevin mit einem Photovoice-Projekt, das sie in der nördlichen Region Ghanas durchgeführt hat, den zweiten Platz im Fotowettbewerb belegte. Darüber hinaus war Michael Brüntrup als Diskussionsteilnehmer in der BMZ/GIZ-Sitzung zum Thema „Warum Wissenschaft für die Transformation von Agrar- und Ernährungssystemen wichtig ist“ tätig, veranstaltete einen weiteren Workshop zum Thema „Bessere Fotos von und in Landschaften und Landwirtschaft“, stellte Forschungsergebnisse zur Mikrodosierung von Düngemitteln vor und leitete eine Sitzung zum Thema Bodengesundheit.

Ein kurzes Video mit Eindrücken von Siegline Snapp, Benjamin Abugri, Kwamboka Tirimba und Maja Clausen zum Workshop und zum Tropentag im Allgemeinen kann hier angesehen werden.

Die Aktivitäten des Begleitprojekts INTERFACES und der vier Regionalprojekte COINS, DecLaRe, InfoRange und Minodu werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Plattformstrategie Forschung für Nachhaltigkeit (FONA) gefördert. Weitere Informationen zu den Projekten finden Sie auf unserer Website und auf der FONA-Website.

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