Das durch das EU-Horizon 2020 geförderte Projekt PRODIGEES (Promoting Research on Digitalisation in Emerging Powers and Europe Towards Sustainable Development) wurde nach fünfeinhalb Jahren internationaler Zusammenarbeit erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt untersuchte, wie sich die Digitalisierung auf die nachhaltige Entwicklung auf verschiedenen Kontinenten auswirkt.

Ko-finanziert durch die Europäische Kommission im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie-Maßnahme (MSCA) für den Austausch von Forschungs- und Innovationspersonal (RISE), brachte PRODIGEES zehn führende Forschungsinstitute, Think Tanks und Universitäten aus Europa, Lateinamerika, Afrika und Asien zusammen. Ziel war es, zu untersuchen, wie Digitalisierung sowohl als Katalysator als auch als Herausforderung für eine nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Governance, Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt wirken kann.
Von Januar 2020 bis Juni 2025 wurden im Rahmen von PRODIGEES 74 Forschungsaufenthalte mit insgesamt 149 Monaten Wissenschafter*innenaustausch durchgeführt. Die Arbeit des Konsortiums befasste sich mit einer Vielzahl kritischer Themen – von der Ethik der Künstlichen Intelligenz und Plattformregulierung über die Digitalisierung öffentlicher Infrastrukturen und Klimatechnologien bis hin zu einer inklusiven Digitalwirtschaft. Das Projekt brachte bereits 64 Publikationen und Policy Briefs hervor (12 weitere in Planung), 65 Videos und Online-Beiträge sowie über 140 Vorträge, Seminare und Workshops. Diese Ergebnisse trugen nicht nur zur akademischen Debatte bei, sondern prägten auch politische Diskurse in den Think20 (T20) im Rahmen des G20-Prozesses, in UN-Foren, oder im Netzwerk für Technikfolgenabschätzung (NTA).
PRODIGEES wurde gemeinsam vom German Institute of Development and Sustainability (IDOS) und dem Instituto Mora (MORA), Mexiko koordiniert. Dem Konsortium gehörten zudem folgende Partner*innen an: Österreichische Akademie der Wissenschaften – Institut für Technikfolgen-Abschätzung (OEAW-ITA), Centre for Strategic and International Studies (CSIS), Indonesien, Fundação Getúlio Vargas (FGV), Brasilien, Istituto Affari Internazionali (IAI), Italien, Luiss Guido Carli University (LUISS), Italien, Research and Information System for Developing Countries (RIS), Indien, Stellenbosch University (SU), Südafrika, sowie die Universität Hamburg (UHAM), Deutschland. Das Projekt wurde im Rahmen des Managing Global Governance (MGG) Netzwerks entwickelt und durchgeführt, das durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) des Landes Nordrhein Westfalen zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Europa und globalen Partner*innen gefördert wird.
Netzwerkinterne Veranstaltungen, darunter Trainingsformate, Autor*innen-Workshops, Policy Labs sowie die Abschlusskonferenz am Instituto Mora in Mexiko-Stadt zeigen das vielfältige Engagement von PRODIGEES für einen inklusiven, sektorenübergreifenden Dialog. Das Projekt etablierte zudem starke Governance-Strukturen, darunter eine Steuerungsgruppe, vertreten durch Mitglieder aller Partnerinstitutionen, sowie ein externes wissenschaftliches Beratungsgremium unter Mitwirkung von unter anderem Prof. Dr. Willem Fourie, dem Gründer des Policy Innovation Labs der Stellenbosch University, sowie Arun Sharma, Senior Digital Development Specialist bei der Weltbank.
Forschende des Netzwerks haben bemerkenswerte Beiträge geleistet. Zum Beispiel trieb Prof. Dr. Ingrid Schneider (Universität Hamburg) ihre Forschung zu Plattformregulierung und digitaler Geopolitik in einer vergleichenden Perspektive voran. Vom IDOS konzentrierte sich etwa Dr. Anita Breuer (IDOS) auf Informationsintegrität und demokratische Resilienz. Zahlreiche weitere Personen bereicherten die interdisziplinären Ergebnisse des Projekts. PRODIGEES hinterlässt neben Forschungsergebnissen eine Agenda für die Zukunft – mit Plänen für einen Open-Access-Sammelband (in Vorbereitung) und neue Kooperationensideen zum Themenfeld Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Alle Ergebnisse von PRODIGEES sind im „PRODIGEES Research Community“-Repository auf der Open-Access-Plattform Zenodo einsehbar und abrufbar.


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