Wie lief die MGG Academy 2021?

Aufgrund der anhaltenden Pandemie fand die MGG Academy auch 2021 digital statt. Doch auch im virtuellen Raum hat sich dabei ein starkes „Wir-Gefühl“ entwickelt, das die Teilnehmer*innen miteinander und zukünftig auch mit dem MGG-Netzwerk verbindet.

Screenshot: Abschlussveranstaltung MGG Academy 2021

©DIE

2021 fand die Managing Global Governance (MGG) Academy aufgrund der anhaltenden Pandemie im zweiten Jahr in Folge online statt. Vier Monate lang tauschten sich die Teilnehmer*innen in der MGG Academy, einem vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) organisierten Dialog- und Fortbildungsprogramm für Nachwuchsführungskräfte, untereinander zu Fragen der globalen Governance, Nachhaltigkeit und der internationalen Kooperation aus, erweiterten Kompetenzen und arbeiteten gemeinsam an Praxisprojekten – quer über die unterschiedlichen Zeitzonen ihrer Heimatländer hinweg – von Brasilien, China, Deutschland, Indien, Indonesien, Mexiko bis Südafrika.

Teilnehmer Emmanuel Chauke aus Südafrika fasst den Kerngedanken der MGG Academy treffend zusammen: „For me, diversity in itself is a great learning experience, because we are all different. And although we are divided by geography, language, or even ethnicity, we tend to converge on points we see the same way.”

Sozial-ökologische Transformation, Klimagerechtigkeit, Digitalisierung

Ziel der digitalen Academy war es auch in diesem Jahr, die Teilnehmer*innen in ihrer Rolle als Akteure des Wandels zu bestärken. Große Themen der Nachhaltigkeit – wie z.B. sozial-ökologische Transformation, Klimagerechtigkeit oder Digitalisierung – wurden inhaltlich diskutiert, und die eigene Rolle als change agents in Leadership-Seminaren reflektiert. In gemeinsamen „Change Maker Projekten“ konnten die Teilnehmer*innen ihre neuen Erkenntnisse in der Praxis anwenden.

Aus der Perspektive des DIE ist es ein großes Lob, dass die Teilnehmer*innen die MGG-Erfahrung als sehr relevant für ihre weitere berufliche Entwicklung einschätzen: „I see lots of links to my own work“, sagt Teilnehmerin Jessica Bayer von Engagement Global, und Teilnehmerin Blanca Elena Gómez García fügt hinzu: „I am a professor in Mexico. And of course I will integrate all the knowledge I have gotten from MGG”.

Kreative Lernreise

Um die Lernreise möglichst attraktiv zu gestalten, nutzte die MGG Academy eine Vielzahl an unterschiedlichen digitalen Werkzeugen, Gruppenkonstellationen, kreativen Methoden und Austauschformaten – während die unterschiedlichen Zeitzonen der Teilnehmer*innen einen ausgeklügelten Zeitplan voraussetzten, um für alle zu angenehmen lokalen Uhrzeiten zusammenzukommen.

Wie im letzten Jahr zeigte sich schnell, dass auch im virtuellen Raum ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Teilnehmer*innen entstehen kann. Empathie und Vertrauen zueinander schafften die Basis für den respektvollen Dialog auch zu umstrittenen Themen. Anstelle von gemeinsamen Mittagessen in Bonn lernten sich die Teilnehmer*innen in virtuellen Kaffeepausen, in Barcamps oder bei gemeinsamen Onlinepartys persönlich kennen und schätzen.

Auch wenn die digitale Zusammenarbeit als „Notlösung“ in der Corona-Pandemie konzipiert wurde: Sie macht die MGG Academy noch inklusiver als zuvor, denn auch Teilnehmer*innen mit kleinen Kindern konnten digital problemlos an der MGG Academy teilnehmen. Regelmäßiger Ehrengast der diesjährigen MGG Academy war Fátima, geboren im Sommer 2021, die auf dem Arm ihrer Mutter Blanca Elena Gómez García viele Gespräche mitverfolgte. Saransh Sugandh, Teilnehmer aus Indien, kommentiert: “It’s wonderful that it is actually online!” So kann eine internationale Erfahrung gemacht werden, während die Teilnehmer*innen gleichzeitig in ihrem persönlichen und beruflichen Kontext eingebunden sind.

Ein weiterer Vorteil des digitalen Formats war es, externe Gäste ohne CO2-intensive Reisen in die Academy einbinden zu können. So nahmen z.B. an regelmäßigen Barcamps auch Alumni und Partner*innen des MGG-Netzwerks teil und belebten die Diskussionen mit weiteren Perspektiven.

Vorteile verschiedener Formate verknüpfen

Weiterhin liegen die Vorteile eines Präsenzformats auf der Hand – insbesondere die vielfältigen Möglichkeiten des Gesprächs jenseits von eng reglementierten Zeitfenstern, der Kontakt zu Deutschland und Europa und den Kulturen der verschiedenen Teilnehmer*innen. Für die Zukunft bedeutet der Erfolg der digitalen MGG Academy, weiterhin innovativ zu bleiben und eine MGG Academy zu gestalten, die die Vorteile des digitalen mit den Vorteilen des Präsenzprogramms miteinander verknüpft. Vorstellbar wäre z.B. in einer digitalen Phase die Teilnahme von diversen Teilnehmer*innen inklusiv anzulegen und Inputs von Gästen rund um die Welt einzubringen; durch eine Präsenzphase in Bonn aber auch die Vorteile des Miteinanders in der realen Welt zu genießen, gemeinsame Studienfahrten zu unternehmen und den Austausch auch beim gemeinsamen Kochen, Essen oder einem Ausflug am Wochenende zu vertiefen. Viele Teilnehmer*innen teilten den Wunsch, sich nach der Academy als MGG Alumni im Netzwerk einzubringen, den Dialog aufrechtzuerhalten und ihre digitale Verbundenheit in Zukunft auch in der realen Welt zu festigen. Und so werden digitale Programme trotz ihrer großen Vorteile Präsenzprogramme auch in Zukunft nicht gänzlich ersetzen.

Bei der offiziellen Abschlusszeremonie am 8. Dezember zeigte sich, dass die MGG Academy auch als digitale Version ein gelungenes Programm ist: Während virtuell die Zertifikate vergeben wurden, war die emotionale Verbundenheit der Teilnehmer*innen untereinander spürbar. In ihrer Abschlussrede ermutigte Imme Scholz, Stellvertretende Direktorin des DIE, die Absolvent*innen, ihren Weg als Akteure des Wandels weiter zu verfolgen: „Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören. Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“

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