Visionen für 2050: DIE-Direktorin Hornidge bei Digitalem Politikpanel zur Zukunft der Ernährung

Zusammen mit dem parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Michael Meister, dem parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Uwe Feiler, dem Leiter des Bereichs „Biowirtschaft & Lebensmittelsysteme” der Europäischen Kommission Peter Wehrheim, sowie Monika Schreiner, stellvertretende wissenschaftliche Direktorin am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) trug Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) als eine der Impulsgeber*innen zur Veranstaltung „Visionen für 2050: Digitales Politikpanel Zukunft der Ernährung“ bei. Die Moderation lag bei der Journalistin Sabrina N’Diaye.

Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge ist Teil des Food4Future-Konsortiums seit seiner Gründung in 2018, dessen Ziel die interdisziplinäre Erarbeitung von zukunftstauglichen Ernährungssystemen ist. In ihrem Eingangsstatement betonte Hornidge globale Verteilungsfragen in Bezug auf Inputs für Landwirtschaft und Fischerei und dessen Erzeugnisse, sowie auf CO-2-ärmere und klimastabilisierende Ernährungssystemen als zwei Kernherausforderungen in globaler Ernährungssicherung. Laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

(FAO) leiden momentan 700 Millionen Menschen an Hunger. Dies wurde auch durch die Covid-19-Pandemie weiter verstärkt. Gleichzeitig sei Ernährungssicherung laut FAO basal für gesellschaftliche Resilienz und den Umgang mit Krisen. Gerade die Covid-19 Pandemie habe gezeigt, dass beispielsweise durch unterbrochene Lieferketten Saatgut und Düngemittel im Frühjahr 2020, zu Beginn des landwirtschaftlichen Zyklus, fehlten und damit sofortige Auswirkung auf die Nahrungsmittelproduktion hatten. Der Zugang zu Böden als auch die Fähigkeit, diese zu bebauen rückte in der Pandemie erneut in den Vordergrund – für Familien, um sich zu ernähren und für Gesellschaften als wichtige Grundlage für Krisenfähigkeit. Dafür bräuchte es gesicherte Landrechte, den Zugang zu landwirtschaftlichen und Fischerei- bzw. Aquakultur-Inputs. Darüber hinaus bestehe auch eine Notwendigkeit, die Bewusstseinsbildung in diesem Kontext zu erweitern, insbesondere in Bezug auf die geschlechtsspezifische Rollenverteilung von Frauen als Traditionsträgerinnen in der Weitergabe von landwirtschaftlichem und ernährungsrelevantem Wissen. Basierend auf der Forschung des DIE und ihrer eigenen Forschung in Zentralasien betonte Anna-Katharina Hornidge den großen Transmissionsriemen der landwirtschaftlichen Beratungssysteme, über die Zugang zum nötigen Produktions- und Marktwissen für die erfolgreiche Leitung eines landwirtschaftlichen Kleinunternehmens, ermöglicht werden.

Des Weiteren thematisierte Anna-Katharina Hornidge die unterschiedlich gut ausgestatteten Covid-19-Stimulus-Pakete der Hocheinkommens-, Schwellen- und Niedrigeinkommensländer, die aller Erwartung nach zu unterschiedlichen Modernisierungsschüben in den Ökonomien führen würden. Hier bestände die Gefahr, dass Entwicklungsunterschiede weiter verstärkt würden. Hiergegen sei über multilaterale Ebene beispielsweise im UN oder G7-Kontext gegenzusteuern. Die Direktorin des DIE ging auch auf das Landwendegutachten des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU) ein und plädierte für transdisziplinäre Lösungsansätze im Kontext der Ernährungstransformation in Bezug auf Forschung und den potenziellen Endnutzer*innen der Lösungsansätze. So sollten die windows of opportunity to innovate, die lokalspezifischen finanziellen, landwirtschaftlichen und rechtlichen Kontexte derer, die die entwickelten technologischen und institutionellen Innovationen adressierten, in die Entwicklungsprozesse einbezogen werden. Die Hornidge sieht in transdisziplinären Ansätzen Demokratie fördernde Potentiale. Die horizontale Ausgestaltung von Wissenssystemen förderten die sachorientierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen, was wiederum eine wichtige Grundlage darstelle, um das Ausfüllen von gesellschaftlichen Regulativen und die stete Einforderung von Gewaltenteilung stärke.

Hier gelangen Sie zur Aufzeichnung der Veranstaltung:

 

Weitere Terminhinweise:

30. Juni: Auf der MARE Konferenz nimmt Prof. Dr. Hornidge an den Panels “The Constitution of Marine Knowledges: Ocean Observation, Narratives and Regimes” und “Sensitizing sustainable ocean development to social inequality” teil.
Programm: 2021 People & the Sea Conference – MARE Centre

30. Juni: Prof. Dr. Scholz beteiligt sich am 4. OECD-Roundtable zum Thema “Cities and Regions for the Sustainable Development Goals (SDGs)”.

2. Juli: Prof. Dr. Hornidge nimmt am Werkstattgespräch „Innovative Organisationsformen der Qualitätssicherung von Wissenschaftskommunikation“ der berlin-brandenburgischen Akademie der Wissenschaften teil.

8. Juli: Prof. Dr. Scholz ist Host des Panels „Normativity in Sustainability Research“ auf dem DKN-Summit 2021.

9. Juli: Prof. Dr. Hornidge nimmt als Sprecherin beim Panel des DKN-Summit “Science as a transformative lever for sustainable development – science policy as a game changer” teil. Außerdem moderiert sie das Panel “Science Narratives in Policy Advice – for exploring the coastal/marine science-society-policy nexus”.
Programm des German Sustainability Science Summit 2021

9. Juli: Prof. Dr. Scholz tritt als Co-Chair der Independent Group of Scientists (IGS) beim Panel des High Level Political Forum (HLPF) zum Thema “Mobilizing science, technology, and innovation and strengthening the science-policy-society interface” auf.

14. Juli: Prof. Dr. Scholz ist als Rednerin beim Europäischen Event anlässlich des HLPF zum Thema „The SDGs as the compass for recovering after the pandemic and building forward better“ vertreten.

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