Plädoyer für eine Weiterentwicklung der Regionalstudien

Am 11. und 12. März 2021 organisierte die Deutsche Gesellschaft für Asienkunde (DGA) sowie die Alliance for Research on East Asia (AREA) eine Online-Konferenz zum Thema „Transnational Asian Studies – Multi-level Dynamics of Identity Formation“. Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), partizipierte am zweiten Tag der Konferenz als Teilnehmerin im Panel „Klimawandel, Pandemie, Autoritarismus, De-Globalisierung und Reaktionsmöglichkeiten der Regionalstudien“, welches von Prof. Dr. Markus Taube (AREA) geleitet wurde.

Im Panel wurde über die aktuellen internationalen Herausforderungen gesprochen und welchen Einfluss diese auf die Aufgaben und Umsetzungsmöglichkeiten der Regionalstudien nehmen. Neben den Panelist*innen Prof. Dr. Christoph Antweiler (Universität Bonn), Prof. Dr. Carmen Meinert (Universität Bochum / AREA) und Prof. Dr. Karen Shire (Universität Duisburg Essen / AREA) hielt auch die Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) einen Impuls-Vortrag. Basierend auf ihren Arbeiten im Kontext des BMBF-Verbundprojektes Crossroads Asia sowie der Marinen Sozial- und Kulturwissenschaften plädierte Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge für eine Weiterentwicklung der Regionalstudien in Bezug auf die folgenden drei Elemente: (A) Emanzipative Regionalstudien, die das empirisch-basierte Entwickeln von „Konzepten mittlerer Reichweite“ (nach Merton und Houben) ins Zentrum stellen, expliziten Fokus auf partnerschaftliche Ansätze legen und so methodisch und konzeptionell zu einer Dekolonialisierung der Regionalstudien beitragen. (B) Ein Überdenken der „Areas“, auf die sich Regionalstudien beziehen. Hier sprach sie sich dafür aus, das Weltmeer und die sozial-kulturellen, ökonomischen und politischen Praktiken, die dieses sozial konstituieren, als Forschungsgegenstand und „Area“ zu begreifen. Gleiches gilt, so Hornidge, aber auch für die virtuellen Welten, die von regionalwissenschaftlichen Analysen, die sich durch kulturwissenschaftliche Tiefenexpertise und lokale Sprachexpertise auszeichnen, profitieren könnten. (C) Regionalstudien in inter- und transdisziplinären Forschungskontexten an der Schnittstelle von Sozial-, Kultur- und Naturwissenschaften. Globale Herausforderungen sind weitestgehend nur in der Verbindung dieser Wissenschaftsdisziplinen zu bearbeiten. Die DIE-Direktorin sieht in ihrer Bearbeitung aber eine besondere Rolle für Regionalstudien. Ohne die entsprechende gegenseitige historische sowie gegenwartsgesellschaftliche und kulturelle Expertise und Sprachkompetenz ist es äußerst limitiert, inwiefern die Lösungsorientierung großer inter- und transdisziplinärer Projekte auf Weisen ausgefüllt werden kann, die eine lokale Passfähigkeit des produzierten Wissens, der Innovationen etc. sicherstellt.

Weitere Informationen zur Konferenz unter: https://www.area-ruhr.de/virtual-area-dga-conference/

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