INTERFACES schließt eine Phase des Austauschs, des Dialogs und der Zusammenführung von Forschungsergebnissen ab und bringt vier Jahre Forschung zum nachhaltigen Landmanagement in Afrika zurück zu den Akteuren, um die es geht.
Abschlussworkshops in Ghana und Benin, eine hochrangige Veranstaltung in Nigeria, ein Side-Event bei der UNCCD COP17 in der Mongolei und ein Workshop auf dem Tropentag in Göttingen: INTERFACES, ein Konsortium Bonner Forschungseinrichtungen, darunter IDOS, und die assoziierten Regionalprojekte haben in den vergangenen Monaten verschiedene Akteure im Rahmen des BMFTR-geförderten Programms zum nachhaltigen Landmanagement in Subsahara-Afrika zusammengebracht.
Abschlussworkshops in Ghana und Benin
Die Regionalprojekte DecLaRe und COINS brachten politische Entscheidungsträger*innen, Forschende, Praktiker*innen, Akteure der landwirtschaftlichen Beratung, Zivilgesellschaft und Landwirt*innen zusammen, um Forschungsergebnisse zu überprüfen und zu fragen, wie wissenschaftliche Evidenz lokale Entscheidungsfindung besser informieren kann. Zu den Plattformen, die in diesen Prozess einfließen, gehört die Participatory Learning Platform (PLP) in Nordghana, die 2023 mit rund 25 Stakeholdern und maßgeblicher Unterstützung von INTERFACES etabliert wurde. Durch gemeinsames reflektierendes Lernen trug sie dazu bei, eine von allen Beteiligten akzeptierte Theory of Change zu entwickeln und den Umgang mit Gender in der lokalen Entwicklungsplanung zu verändern. Sie wird nun als Modell für eine Übertragung auf andere Kontexte vorgeschlagen. In Benin wurden regionale Stakeholder über Ergebnisse und Folgeoptionen informiert, darunter das von DecLaRe entwickelte Entscheidungsunterstützungssystem.
9th African Agricultural Science Week (AASW)
Bei der AASW in Abuja/Nigeria hatte INTERFACES einen Programmpunkt innerhalb einer hochrangigen Session zu Knowledge, Learning and Innovation Systems for Agrifood Transformation, ergänzt durch einen kürzeren Beitrag beim 4. Biennial Climate Smart Agriculture Stakeholder Workshop. Verankert im Sub-Thema der AASW zu neu entstehenden Agrartechnologien, wandte sich die Session gegen ein enges Verständnis von Wissensmanagement als reine Ablage- und Verbreitungsfunktion. Sie beschrieb es stattdessen als strategischen Hebel für adaptives Lernen und evidenzbasierte Skalierung, untermauert durch konkrete Beispiele institutioneller Aneignung aus nationaler, regionaler und kontinentaler Praxis.
UNCCD COP17

IDOS organisierte gemeinsam mit der International Union for Conservation of Nature (IUCN) und dem Forum for Agricultural Research in Africa (FARA) das Side-Event „From Research to Reality“. In drei Runden—Design, Ansätze, Wirkung—moderiert, kehrte das Panel immer wieder zu einer gemeinsamen Sorge zurück: Wissensprodukte allein entfalten selten nachhaltige Wirkung. Die fortlaufenden Beziehungen zwischen Forschenden, politischen Entscheidungsträger*innen und Gemeinschaften machen die Evidenz erst langfristig nutzbar.
Tropentag 2026

In Göttingen/Deutschland schloss der Pre-Conference-Workshop „From Research to Results“ eine mehrjährige Workshop-Reihe zur Begleitung des Programms ab und verlagerte den Fokus von Methoden über die Kommunikation von Ergebnissen hin zu Wissenschaft-Politik-Schnittstellen.
Präsentiert wurde die im Entstehen begriffene Wissenssynthese des Programms, die nachzeichnet, wie die fünf Projekte gemeinsam versuchten, Fragen der Verbesserung lokaler Lebensgrundlagen durch lokale Forschung im Sinne der übergeordneten Ziele der BMFTR-Ausschreibung zu beantworten: ressourceneffizientes, digital gestütztes Landmanagement, Prognoseinstrumente und Wissensaustausch über Governance-Ebenen hinweg sowie partizipativ entwickelte Maßnahmen, die in den Kapazitätsaufbau in den Partnerländern überführt werden.
DLR-PT, im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) nahmen an der Diskussion teil.
Die Aktivitäten des begleitenden Projekts INTERFACES sowie der vier Regionalprojekte COINS, DecLaRe, InfoRange und Minodu werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Plattformstrategie Forschung für Nachhaltigkeit (FONA) gefördert. Weitere Informationen zu den Projekten finden Sie auf unserer Website sowie auf der FONA-Website.
