Die Frage „Kann Wissenschaft Diplomatie? Perspektiven auf Science Diplomacy in Zeiten der Disruption“ stand im Fokus am 9. und 10. Juni.
In ihrer Funktion als Vorsitzende des Fachausschusses Wissenschaft der Deutschen UNESCO-Kommission sowie IDOS-Direktorin wurde Anna-Katharina Hornidge eingeladen, an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Science Diplomacy für eine multipolare Zukunft“ teilzunehmen. Gemeinsam mit Dr. Marco Müller (Europäische Kommission), Matthias Oel (Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt), Prof. Dr. Wolfgang Wick (Deutscher Wissenschaftsrat) sowie der Moderatorin Prof. Dr. Ursula Münch erörterte sie die entscheidende Rolle der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in Zeiten, in denen die Zusammenarbeit zwischen Staaten schwieriger geworden ist. Thematisiert wurde auch, wie die Wissenschaft als unabhängige Instanz geschützt werden muss, um diese Rolle erfüllen zu können. Anna-Katharina Hornidge fokussierte sich in ihrem Beitrag auf die Hightech-Strategie Deutschlands und deren Schwerpunkt auf die Kooperation mit global wettbewerbsfähigen Wissenschafts- und Innovationssystemen. Sie kritisierte, dass die Strategie den hochdynamischen Innovations- und Wissenschaftssystemen in demografisch jungen und starken Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt, obwohl diese aller Voraussicht nach die Innovations- und Wissenschaftssysteme der Zukunft sein werden. In diesem Zusammenhang schlägt sie vor, deutlich mehr Gewicht auf die Wissenschaftskooperation mit den Südlichen Mittelmächten zu legen. Des Weiteren verwies sie auf die höchst problematischen Kürzungen in der auswärtigen Bildungs- und Kulturpolitik, die zu Budgetkürzungen bei Akteuren wie dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung führen. Infolge dieser Kürzungen werden die Promotionsausbildung und -forschung mit jungen Spitzentalenten aus Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen an deutschen Universitäten zurückgefahren. Mit Verweis auf systematische Auswertungen dazu, wo diese in Deutschland promovierten Personen später beruflich tätig sind (in welchen Sektoren, Positionen und Ländern), betonte Prof. Hornidge die wichtige Rolle, die diese Botschafter*innen Deutschlands in ihren jeweiligen Heimatländern spielen. Der Abbau dieser Postgraduierten-Programme habe erhebliche negative Auswirkungen auf Deutschlands Netzwerke und Partnerschaften weltweit.

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