Vom 26. bis 29. August brachte die Jahreskonferenz des European Consortium for Political Research (ECPR) Wissenschaftler*innen zusammen, um aktuelle Forschungsarbeiten aus ganz Europa zu diskutieren. Das Event fand an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, Griechenland, statt. IDOS-Wissenschaftler*innen beteiligten sich mit Beiträgen zu aktuellen Forschungsarbeiten.
Einfluss politischer Nachhaltigkeitsinstitutionen in Deutschland und Europa

IDOS-Wissenschaftlerin Okka Lou Mathis organisierte gemeinsam mit Dr. Michael Rose von der Leuphana Universität Lüneburg ein Doppel-Panel zum Thema „The Polity of Sustainability“. Im Fokus standen die Voraussetzungen, Institutionen und Gremien, die einen politischen Wandel hin zur Nachhaltigkeit unterstützen können. In den Diskussionen wurde beispielsweise vorgestellt, wie politische Entscheidungstragende auf Vorschläge zur Klimapolitik reagieren, die von losbasierten Bürgerräten erarbeitet wurden. Außerdem wurde auf die oft übersehenen kolonialen Wurzeln und bis heute bestehenden Strukturen des Konzepts des „Umweltstaates” hingewiesen. Mathis präsentierte eine Fallstudie über Nachhaltigkeitsgremien in Deutschland. Ihre Ergebnisse zeigen gleichwohl positive Beispiele als auch die Grenzen der politischen Einbettung dieser Institutionen in das politische System und deren Einfluss auf die breitere Politikgestaltung. Die Forschung trägt zum IDOS-Projekt Klimalog bei, in dem Treiber und Hemmnisse bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens im Einklang mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung untersucht werden.
Chancen und Herausforderungen der Reform des Sozialvertrags in Kolumbien

IDOS-Wissenschaftler Mauricio Böhl Gutierrez präsentierte seine Arbeit zu den Chancen und Herausforderungen bei der Reform des Sozialvertrags in Kolumbien. Eine wachsende Anzahl von Studien hebt das Potenzial eines erneuerten Sozialvertrags hervor, um die globalen Krisen der Nachhaltigkeit und Ungleichheit anzugehen. Aufbauend auf dieser Debatte präsentierte Mauricio Böhl Gutierrez eine empirische Untersuchung der Verhandlungen mit wichtigen Interessengruppen über den schrittweisen Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe und deren Positionen zu einem erneuerten Abkommen in Bezug auf diesen Aspekt des kolumbianischen Sozialvertrags. Seine Ergebnisse zeigen, dass der Übergang zu einem neuen Sozialvertrag in Kolumbien vor erheblichen Herausforderungen steht, insbesondere aufgrund des Mangels an einer breiten und überparteilichen politischen Vision, die von allen Beteiligten unterstützt wird. Während die Teilnehmenden grundsätzlich Unterstützung für den Übergang äußerten, zeigten sie auch Skepsis gegenüber der Fähigkeit der Regierung, die notwendigen Veränderungen umzusetzen. Der kolumbianische Fall bietet Lehren für andere Länder: Reformbemühungen haben höhere Erfolgschancen, wenn sie auf bestehenden politischen Programmen aufbauen, anstatt sich ausschließlich auf neue, parteiische Initiativen zu verlassen.
Verbesserte Integration von Klimaschutz und Biodiversitätsschutz durch Geodaten

IDOS-Wissenschaftler Paul Hagenström stellte in einem von Dr. Sander Chan, assoziierter Wissenschaftler am IDOS, organisierten Panel, Forschung zur Integration von genauen Geodaten über nicht-staatliche Klimaschutzinitiativen zur Verbesserung der Integration von Klima- und Biodiversitätsschutz vor. Übereinstimmend mit der Stoßrichtung des BioCAM4-Projekts, zu dem er beiträgt, hob die Präsentation die dringende Notwendigkeit hervor, freiwillige Klimaschutzmaßnahmen besser mit Biodiversitätszielen in Einklang zu bringen. Das Hauptargument war dabei, dass räumliche Daten eine zentrale Rolle dabei spielen, die Glaubwürdigkeit kooperativer Initiativen an der Schnittstelle von Klima und Natur zu stärken. Paul Hagenström betonte, dass ohne explizite Informationen darüber, wo Maßnahmen umgesetzt werden, wichtige subnationale Prozesse unsichtbar bleiben, was die Möglichkeit einschränkt, Interventionen mit Ergebnissen zu verknüpfen, und die Monitoring- sowie Evaluierungsprozesse schwächt.

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