Umweltakteure brauchen Entscheidungsmacht in der AMR-Politik

AMR-Strategien in drei Ländern zeigen ein gemeinsames Muster: Umweltakteure haben keine Entscheidungsbefugnis, Ressourcen und regulatorische Mandate.

Gruppenfoto von Teilnehmenden der Science-Policy-Session beim 9. World One Health Congress in Lissabon. Die Gruppe steht vor dem Veranstaltungsbanner und einer Präsentationsfläche nach einer Diskussion zu Governance-Ansätzen für die Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen.
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Beim 9. World One Health Congress in Lissabon (4. – 7. September 2026) organisierte IDOS gemeinsam mit Partner*innen eine Science-Policy-Session zu institutionellen und governancebezogenen Ansatzpunkten für die Verankerung der Umweltdimension in nationalen Strategien zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR).

Die Session brachte Governance-Forschung aus drei Ländern mit politischen Praktiker*innen zusammen. Nach einer Keynote von Jacqueline Alvarez (AMR Multi-Partner Trust Fund) zum globalen Governance-Rahmen folgten Forschungsbeiträge zu Senegal, Kambodscha und Tansania. Dr. Srinivasa Srigiri (IDOS) präsentierte Ergebnisse einer polyzentrischen Governance-Analyse der kambodschanischen AMR-Strategie. Über alle drei Fälle hinweg zeigte sich ein gemeinsames Muster: Koordinationsstrukturen existieren, doch fehlen Umweltakteuren Entscheidungsbefugnis, Ressourcen und regulatorische Mandate, um AMR-Politik wirksam mitzugestalten. In Kambodscha droht die Umweltintegration aufgeschoben zu werden, wenn Aktivitäten eher Geberprioritäten als einem national verankerten Plan folgen. Im Senegal bleibt die AMR-Governance auf den Antibiotikaverbrauch fokussiert, während umweltbezogene und strukturelle Treiber vernachlässigt werden. In Tansania zeigte eine kostengünstige Kompostierungsintervention, dass Umwelt-AMR operationalisiert werden kann, wenn sie mit nationalen Standards und Finanzierungsmechanismen verknüpft wird.

Podiumsdiskussion auf dem 9. World One Health Congress in Lissabon. Vier Teilnehmende sitzen vor einer Präsentationsfolie zur Verankerung der Umweltdimension in nationalen Strategien gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR).
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In der von Dr. Srigiri moderierten Paneldiskussion mit AMR-Governance-Expert*innen aus Kambodscha, Senegal und Ruanda wurde deutlich: Repräsentation allein reicht nicht — Umweltakteure brauchen echte Entscheidungsmacht, nicht nur einen Platz am Tisch. Auch Finanzierungsstrukturen selbst wurden als Treiber asymmetrischer Fortschritte über die Sektoren hinweg identifiziert.

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