Handelspolitik unter Druck: Neue Ideen für eine fragmentierte Welt

Plurilateralismus, geschlechtergerechte Handelspolitik und Handelspräferenzen stehen im Fokus angesichts wachsender Unsicherheit.

Gruppenfoto WTO Public Forum
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Beim WTO Public Forum in Genf und beim World Trade Forum 2026 in Bern war IDOS mit eigenen Beiträgen vertreten. Zölle als geopolitisches Druckmittel, ein blockiertes multilaterales System und wachsende Unsicherheit über Präferenzabkommen: Die internationale Handelsordnung steht unter erheblichem Druck. Umso wichtiger ist die Frage, wie Handelspolitik inklusiv, nachhaltig und entwicklungsfreundlich bleiben kann. Diese Frage prägte die Beiträge des IDOS bei den Veranstaltungen in der Schweiz.

Beim Public Forum richtete IDOS eine Veranstaltung zu Plurilateralismus aus. Die lebhafte Diskussion zeigte: Plurilaterale Abkommen können der WTO neue Dynamik verleihen. Wenn Gruppen von Mitgliedern vorangehen, lassen sich auch dort Fortschritte erzielen, wo ein Konsens aller derzeit nicht erreichbar ist. Damit dieses Potenzial genutzt werden kann, braucht die WTO mehr Flexibilität und offene, inklusive Verfahren, die auch Entwicklungsländern Mitsprache sichern.

Gemeinsam mit der GIZ organisierte IDOS zudem eine Veranstaltung zu geschlechtergerechter Handelspolitik. Die zentrale Botschaft: Gender ist kein Zusatzthema, sondern eine Voraussetzung für resiliente Handelspolitik. Wer Handel krisenfester machen will, muss berücksichtigen, wie unterschiedlich Handelspolitik auf Frauen und Männer wirkt.

Außerdem trug IDOS bei zu einer Curated Conversation zur Lücke zwischen handelspolitischer Praxis und der Rhetorik vom inklusiven Handel mit. Prof. Dr. Clara Brandi zeigte dort auf Basis ihrer Forschung, wie sich Handel und Umweltschutz so verknüpfen lassen, dass Länder mit niedrigem Einkommen nicht die Kosten tragen. Zudem lud IDOS gemeinsam mit dem T20 Trade and Investment Research Network (TIRN) zu einem Austausch über handels- und investitionspolitische Prioritäten für die laufende und die künftigen G20-Präsidentschaften ein.

Beim World Trade Forum in Bern diskutierte IDOS in einer eigenen Session, ob Handelspräferenzen wie AGOA und das EU-APS in einer fragmentierten Welt noch wirken. Die Kernbotschaft: Marktzugang auf dem Papier schafft noch keine Handelschancen. Präferenzen wirken nur, wenn gezielte Unterstützung und verlässliche Rahmenbedingungen hinzukommen.

Gerade in turbulenten Zeiten braucht es Ideen, wie eine regelbasierte Handelsordnung erneuert und gerechter gestaltet werden kann. IDOS wird diese Debatte mit Forschung und Politikberatung weiter aktiv mitgestalten.

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