Internationale Expert*innen diskutierten Perspektiven und Kooperationen für die Zeit nach der Agenda 2030.

In vier Jahren läuft die Frist zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen aus. Die jüngsten Einschätzungen zeigen eine ernüchternde Realität: Die Welt ist weit davon entfernt, diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Gleichzeitig steht der Multilateralismus vor beispiellosen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund organisierte IDOS am 25. und 26. Juni 2026 eine Konferenz mit dem Titel „Sustainability cooperation beyond 2030 – Ways forward in a messy world“.
Die Diskussionen in Bonn schlugen auch eine Brücke zur Hamburg Sustainability Conference vom 29. bis 30. Juni 2026 sowie zu formellen internationalen Diskussionen, die auf dem Sustainable Development Goal Summit im September 2027 beginnen sollen. Ziel war es, die Bedeutung und die Auswirkungen gemeinsamer globaler Ziele zu bewerten, Lehren aus der Umsetzung der Agenda 2030 zu ziehen und die Partnerschaften und Kooperationsformen zu erörtern, die für die Schaffung eines Rahmens für die Zeit nach 2030 erforderlich sind.
Die Entwicklung eines solchen Rahmens erfordert Perspektiven und Fachwissen aus verschiedenen Sektoren, Disziplinen und Regionen der Welt. Zu diesem Zweck brachte IDOS mehr als 70 Expert*innen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und Ländern zusammen. Viele Teilnehmer sind langjährige Partner und/oder Alumni aus den Netzwerken Managing Global Governance (MGG), Shaping Futures und darüber hinaus. Die als interaktive Veranstaltung konzipierte Konferenz förderte einen intensiven Dialog und Austausch über die Zusammenarbeit im Bereich Nachhaltigkeit in einer Zeit, die von Volatilität und Unsicherheit geprägt ist.
Die Konferenz wurde mit einer Begrüßungsrede von Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge (Direktorin des IDOS) eröffnet, gefolgt von einer Grundsatzrede von Csaba Kőrösi (Präsident der 77. Generalversammlung der Vereinten Nationen). Weitere Einblicke und Überlegungen zu den Erfolgen und Defiziten der Agenda 2030 lieferten Prof. Dr. Archna Negi (Jawaharlal-Nehru-Universität, Indien) und Dr. Fabio Veras Soares (Institut für angewandte Wirtschaftsforschung, Brasilien). Die Konferenz wurde von Dr. Sven Grimm, Dr. Chris Büscher, Dr. Wulf Reiners, Dr. Tatjana Reiber, Eva Lynders, Matthias Kachelmann und Vy Dang moderiert.
Am ersten Tag der Konferenz setzten sich die Teilnehmenden mit neuen Chancen und Herausforderungen auseinander, die einen Nachhaltigkeitsrahmen für die Zeit nach 2030 prägen dürften. In den Diskussionen wurden Themen hervorgehoben, die zwar nicht im Mittelpunkt der Agenda 2030 standen, in Zukunft jedoch von entscheidender Bedeutung sein werden, insbesondere die digitale Transformation und künstliche Intelligenz. Die Teilnehmer*innen identifizierten zudem gemeinsame Prioritäten in den drei Kerndimensionen der Nachhaltigkeit – Wirtschaft, Ökologie und Soziales –, wobei Governance als übergreifende Dimension fungiert.
Am zweiten Tag verlagerte sich der Fokus der Diskussionen auf die Zukunft im Jahr 2040. Anhand von Zukunftsdenk-Übungen erkundeten die Teilnehmenden verschiedene mögliche Zukunftsszenarien für das Jahr 2040 und bewerteten deren Auswirkungen auf die am ersten Tag identifizierten Prioritäten. Gemeinsam entwickelten sie Visionen und Profile wünschenswerter Zukunftsszenarien, die zum Handeln anregen und Wege für eine Zusammenarbeit im Bereich der Nachhaltigkeit aufzeigen. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand zudem die Frage, wie Impulse für das Jahr 2027 (und darüber hinaus) geschaffen werden können. Außerdem wurden die Partnerschaften und Kooperationsformen hervorgehoben, die für die Bewirtschaftung der globalen Gemeingüter in einer sich wandelnden Welt am vielversprechendsten sind.
Die Veranstaltung wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW) gefördert.




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