Deutsche IPCC-Fachtagung 2026: 1,5°C‑Grenze und Zukunft des Weltklimarats

Im Fokus standen Erwartungen an den IPCC, geopolitische Spannungen und neue Anforderungen an Assessments.

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Am 21. Januar 2026 vertrat Dr. Steffen Bauer IDOS auf der deutschen IPCC-Fachtagung 2026 in Berlin. Auf Einladung des Bundesumweltministeriums (BMUKN) und des Bundesforschungsministeriums (BFTR), und organisiert durch die deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, trafen in diesem Rahmen rund 100 Vertreter*innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaftsverbänden, Fachpolitik und Verwaltung zusammen, um über die laufenden Arbeiten des „Weltklimarats“ (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) zu beraten.

Übergeordnete Fragestellungen betrafen zum einen die Relevanz der 1,5°C-Grenze der globalen Erwärmung (das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Ziel, die durchschnittliche globale Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter durch klimapolitische Maßnahmen entsprechend zu begrenzen) für die Erstellung des 7. IPCC-Sachstandsberichts (AR7). Die Frage nach dem wissenschaftlichen Umgang mit und der seriösen Kommunikation von sogenannten „Overshoot“-Szenarien, die ein zeitlich begrenztes Überschreiten der 1,5°C annehmen, war dabei zentral.

Zum anderen ging es um die Erwartungen an den IPCC und seine zukünftige Entwicklung. Die betreffenden Diskussionen drehten sich insbesondere um einen relativ zu früheren Sachstandsberichten schwieriger gewordenen geopolitischen Kontext, die angemessene Verzahnung klimawissenschaftlicher und die biologische Vielfalt betreffender wissenschaftlicher Berichte und Empfehlungen (etwa durch eine engere Zusammenarbeit von IPCC und dem Weltbiodiversitätsrat IPBES, sowie der durch die dynamische Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) veränderten Rahmenbedingungen wissenschaftlicher Assessments.

Diskussionsübergreifend wurden auch die Erschütterungen reflektiert, die der Rückzug der USA aus dem IPCC und aus der Klimarahmenkonvention auslösten und wie die Wissenschaftscommunity in Deutschland und Europa darauf reagiert.

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