Der Prozess dient der Vorbereitung der COP17 2026. IDOS-Wissenschaftler Dr. Michael Brüntrup wird dabei sein.

Der Tafa’ul-Prozess soll die Dürreverhandlungen der 17. Vertragsstaatenkonferenz (COP) der Wüstenkonvention UNCCD vorbereiten und Vertrauen zwischen den Vertragsparteien aufbauen. Nachdem während der 16. Vertragsstaatenkonferenz (COP) der „Wüstenkonvention“ (der Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung in den von Dürre und/oder Wüstenbildung schwer betroffenen Ländern, insbesondere in Afrika – kurz UNCCD), keine Einigung über eine ambitionierte Vereinbarung zu Dürre zustande kam und die Weiterführung der Verhandlungen lediglich auf die nächste COP verschoben wurde, gab es ein Vakuum für die Vorbereitung dieser Verhandlungen.
Damit drohte sich die Blockade zu wiederholen und die Dürreproblematik, die vor allem für die afrikanischen Staaten große Bedeutung hat, in der UNCCD auf ein Abstellgleis zu geraten. Um dem entgegenzuwirken, hat die saudi-arabische Präsidentschaft gemeinsam mit dem Sekretariat der UNCCD einen informellen Prozess in Gang gesetzt, der sich Tafa’ul nennt, was mit „konstruktivem Optimismus und hoffnungsvoller Entschlossenheit“ übersetzt wird.
Dieser Prozess soll keine Nebenverhandlungen ermöglichen, sondern die Zusammenarbeit fördern, Vertrauen aufbauen und verbleibende Differenzen zwischen den Vertragsparteien im Vorfeld der COP17 überbrücken, um so ein günstigeres Umfeld für die erfolgreiche Wiederaufnahme der formellen Verhandlungen auf der COP17 zu schaffen. Etwa 25 Vertragsstaaten und 5 internationale unabhängige Expert*innen aus allen Kontinenten wurden zu diesem Prozess eingeladen.
Michael Brüntrup ist einer dieser Experten. Er war Co-Vorsitzender der die COP16-Verhandlungen vorbereitenden Expert*innengruppe und ist auch der deutsche Korrespondent für Wissenschaft und Technologie im entsprechenden UNCCD-Gremium (CST). Das erste Treffen der Gruppe fand im Vorfeld der jährlich stattfindenden 23. Konferenz zur Überprüfung der Umsetzung des Übereinkommens (CRIC) statt. Es ging zunächst um Teambildung, dann um die gemeinsame Ideenfindung und Gestaltung des weiteren Prozesses bis zur COP17 im August 2026 in der Mongolei.
Zwei weitere persönliche Treffen sollen in Bonn stattfinden, daneben sollen hochrangige Gespräche auf geeigneten internationalen politischen Treffen organisiert werden, wie der sechsten Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA) oder ein Treffen der Internationalen Allianz für Dürreresilienz (IDRA), der auch Deutschland angehört. Ein Dürre-Rahmenabkommen wird dringend gebraucht, um die internationale Sichtbarkeit für das Thema zu erhöhen und Orientierung für nationale Dürre-Strategien und für die verstärkt stattfindenden Finanzierungen dieser Strategien und die Messbarkeit ihrer Wirkungen zu geben.

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