Wie können nigerianische und deutsche Think Tanks zukünftig enger zusammenarbeiten? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Treffens von Vertreter*innen von Think Tanks aus beiden Ländern am 5. November 2025 in Berlin. Der nigerianische Außenminister eröffnete das Treffen.

Ausgerichtet von der Botschaft Nigerias in Deutschland, dem Auswärtigen Amt und dem German Institute for Global and Areas Studies (GIGA), fand der Workshop im Anschluss an die Sitzung der Binationalen Kommission beider Länder statt. Nigerias Außenminister Yusuf Tuggar eröffnete die Veranstaltung. In seiner Rede ging er unter anderem auf die Drohungen der USA ein, militärisch in Nigeria einzugreifen. Er betonte, dass Forschung, faktenbasierte Politikgestaltung und vertrauensvolle Zusammenarbeit die Grundlage internationaler Kooperation seien und auch für die zukünftige Zusammenarbeit von Nigeria und Deutschland von zentraler Bedeutung.
In drei Panels wurden anschließend die Geschichte der nigerianisch-deutschen Zusammenarbeit, die aktuellen geopolitischen Herausforderungen sowie Möglichkeiten für die zukünftige Zusammenarbeit diskutiert. Neben dem Nigerian Institute for International Affairs (NIIA) und dem Nigerian Institute for Peace and Conflict Resolution (IPCR) sowie dem GIGA, dem Auswärtigen Amt und der nigerianischen Botschaft war IDOS durch Michael Roll in den Panels vertreten.
Abschließend formulierten die Teilnehmer*innen Vorschläge für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen den Ländern und insbesondere den Think Tanks. Die Vorschläge bezogen sich auf die Oberthemen „Menschen, Migration und akademischer Austausch“, „Handel und Energie“ sowie „Sicherheit“. Sie beinhalteten unter anderem den Vorschlag, die reguläre Migration unter anderem von Studierenden und Forschenden stärker zu fördern, ein deutsches Importförderungsbüro in Nigeria zu errichten sowie eine wissenschaftliche Auswertung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Nigeria in den letzten 20 Jahren durchzuführen. Bezogen auf Sicherheit wurde angeregt, dass Think Tanks aus beiden Ländern stärker zusammenarbeiten sollten, um die Sicherheits- und Governance-Herausforderungen sowie deren Ursachen in Nigeria und im Sahel besser verstehen und effektiver dazu beraten zu können. Das Treffen endete mit einem Empfang der nigerianischen Botschaft auf Einladung des nigerianischen Außenministers Tuggar.

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