„Zu wenig, zu viel, zu schmutzig“ – Bonn Water Network zu globaler Wasserkrise

Auf der Veranstaltung des Bonn Water Network erörterten Expert*innen, wie die globale Governance die Wasserkrise in einem geopolitisch geprägten Klima meistern kann. Sie betonten die Notwendigkeit einer neuen internationalen Wasserstrategie und gaben Empfehlungen.

Screenshot Online-Veranstaltung von Bonn Water Network
Podiumsteilnehme*innen bei der Online-Veranstaltung von Bonn Water Network (oben v.l.n.r: Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Dr. Annabelle Houdret, Prof. Dr. Ines Dombrowsky, Dr. Johannes Cullmann, Prof. Dr. Anindita Sarkar) – ©IDOS

Die Welt ist nicht auf dem besten Weg, das sechste Ziel für Nachhaltige Entwicklung für sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen zu erreichen, und extreme Wetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen nehmen zu. Die Veranstaltung des Bonn Water Network, die am 10. März 2025 online stattfand, brachte hochrangige Expert*innen zusammen, um zu erörtern, wie die globale Governance die Wasserkrise in einem von geopolitischen Interessen geprägten politischen Klima bewältigen kann.

IDOS-Direktorin Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge begann mit einem kurzen Input zu den Ergebnissen des jüngsten Hauptgutachtens des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) „Wasser in einer aufgeheizten Welt“. Angesichts von Wassernotständen jenseits des menschlichen Erfahrungsspektrums fordert der WBGU eine Stärkung der internationalen Wasserpolitik durch eine neue internationale Wasserstrategie auf UN-Ebene und ein klimaresistentes, sektorübergreifendes und sozial ausgewogenes Wassermanagement.

Panellist Dr. Cullmann, Leiter des Referats Internationale Zusammenarbeit an der Bundesanstalt für Gewässerkunde und ehemaliger stellvertretender Vorsitzender von UN-Water, reflektierte über die jüngsten Entwicklungen und die Zukunftsperspektiven der globalen Wasserpolitik. Angesichts der Herausforderung der Fragmentierung der institutionellen Landschaft mit über 30 wasserrelevanten UN-Institutionen forderte er eine stärkere Rolle von UN-Water und interessenbasierten Koalitionen der Mitgliedsländer, um die globale Zusammenarbeit voranzutreiben.

Prof. Dr. Ines Dombrowsky, Leiterin der Abteilung „Environmental Governance“ am IDOS, formulierte zentrale Empfehlungen auf der Grundlage ihres gemeinsam verfassten Artikels „Empowering global water governance: taking the 2023 UN Water Conference outcomes forward to address the current water crises“. Darin wird eine wasserspezifische Plattform für Wissenschaft, Politik und Gesellschaft auf globaler Ebene gefordert und darauf hingewiesen, dass der sektorübergreifende Charakter von Wasser auch in internationalen Vereinbarungen berücksichtigt werden müsse und dass eine bessere Überwachung der globalen Wasserverpflichtungen auch deren Legitimität verbessern würde.

Prof. Dr. Anindita Sarkar, Senior Researcher in der Abteilung für Ökologie und Management natürlicher Ressourcen am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn, diskutierte die lokale Umsetzung globaler Anliegen im Bereich der Grundwasserbewirtschaftung anhand von Beispielen aus Indien. Sie wies auf den Zusammenhang zwischen Wasser, Energie und Nahrung hin, der für ein nachhaltiges Wassermanagement notwendig ist, und plädierte für lokal angepasste Lösungen.

Dr. Annabelle Houdret, Senior Researcher am IDOS und Sprecherin des Bonn Water Network, moderierte die Veranstaltung und die Debatte mit dem internationalen Publikum aus Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft.

Das Bonn Water Network ist eine Initiative von elf Institutionen (United Nations University – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS), Center for Development Research (ZEF), Environmental Law Centre of IUCN, Department of Geographie (GIUB), German Institute of Development and Sustainability (IDOS), Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC), Institute for Hygiene and Public Health (IHPH), United Nations Human Settlement Programme/Global Water Operators‘ Partnerships Alliance (UN-Habitat/GWOPA), United Nations Convention to Combat Desertification (UNCCD), Water Integrity Network (WIN), International Centre for Water Resources and Global Change (ICWRGC)), die sich mit Forschung, Politikberatung und der Umsetzung von Wasserlösungen beschäftigen.

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