Handelsliberalisierung in Entwicklungsländern

Nina Pavcnik (Dartmouth College und CEPR) referierte über „International Trade, Firms and Jobs: Perspectives from Emerging Economies“ im Rahmen der monatlichen Seminarreihe „Policy Implications of Recent Globalization Research“. In ihrem Vortrag untersuchte Nina Pavcnik die jüngste Ausweitung des Welthandels und die Handelsliberalisierung in Entwicklungsländern. Sie kam zu dem Schluss, dass der zunehmende internationale Handel nicht der Hauptgrund für die zunehmende Lohnungleichheit in Entwicklungsländern ist. Dennoch hat die Handelspolitik Auswirkungen auf Beschäftigung und Armut. Nina Pavcnik hob vier wichtige Beobachtungen aus der Forschung hervor. Erstens spielt es für die Arbeitnehmer*innen eine Rolle, in welcher Firma sie arbeiten, wobei leistungsfähigere Firmen höhere Löhne zahlen und besser in der Lage sind, negativen Auswirkungen von Handelsschocks zu widerstehen. Zweitens ist die Verbindung zwischen Handel und Informalität wichtig, wobei der Anteil der Informalität in den Entwicklungsländern hoch ist und es durch Handelsliberalisierung zu erheblichen Verschiebungen zwischen dem informellen und dem formellen Sektor (und umgekehrt) kommt. Drittens hat der Handel geografisch konzentrierte Effekte, was bedeutet, dass die Auswirkungen innerhalb der Länder oft sehr ungleich sind. Schließlich wies Nina Pavcnik darauf hin, dass die Handelsliberalisierung langfristige Auswirkungen hat, was darauf hindeutet, dass es wichtig ist, zu verstehen, wie sich Arbeit und Kapital im Laufe der Zeit an die Liberalisierung anpassen.

Die Aufzeichnungen vergangener Seminare aus der Reihe finden Sie hier.

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